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Freitag, 4. Oktober 2013

Kvelertak im Bremer Schlachthof

Als gebürtiger Bremer und frischer Wiederbremer muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich in meinen bisherigen 25 Lebensjahren den Schlachthof noch nie von innen gesehen habe. Das sollte aber am Tag der Deutschen Einheit 2013 ändern, denn ich ging zum Konzert von Kvelertak.

Die erste Band des Abends war Gerilja, eine norwegische Rockband, die einen speziellen Metalcore, spielte. Dies tat sie sehr gut und die Lieder waren eingängig und machten Spaß. Allerdings zog das Publikum nicht so richtig mit. Schade.

Als zweite Vorband trat Årabrot auf. Diese spielten eine Mischung aus Noise Rock und Alternative mit Ausflügen in den extremen Metal. Diese Band heizte durchaus das Publikum (was nicht an ihren Hotpants liegt), aber der Funke wollte nicht richtig zu mir rüberspringen. Trotzdem war der Auftritt nicht schlecht.

Die Band des Abends war Kvelertak aus Norwegen. Bereits beim Rock-Hard-Festival 2012 konnte ich mich von den Livequalitäten der Jungs überzeugen und daher war es nur logisch, dass ich die Gelegenheit nutzte diese Band live zu sehen. Die Black-'n'-Roll-Musik machte richtig Spaß, das Publikum ging ab und dies obwohl die Texte in Norwegisch gehalten wurden. Eine Besonderheit war es, dass zum Schluss der Show, ein Gitarrist (oder der Bassist) immer höher geklettert sind und am Ende am höchsten Punkt auf der Tribüne gespielt hat. Das Publikum hatte auch Spaß beim Stagediven und Crowdsurfen. Ein gelungener Abend für wenig Eintritt.

Sonntag, 25. August 2013

Das Ärztival in Bremen

Am 24.8.2013 war ein besonderer Tag in Bremen, es war der Tag, an dem sich das Ärztival auf der Bürgerweide angekündigt hatte.

Vor dem Einlass besorgte ich mir ein Wellenbrecherbändchen und machte mich anschließend nach vorne auf. Von dort aus hatte man einen guten Blick auf die Bühne.

Um 17.30 Uhr trat Rod auf die Bühne und kündigte die erste Band an: Pascow, eine Punkrockband aus dem Saarland. Sie spielte ganz solide und hat mir gut gefallen.

Auf die nächste Band des Abends hatte ich mich schon gefreut. Die UK Subs ist eine alte englische Punkband aus der Frühzeit des Genres. Auch wenn alle Mitglieder bereits die 50 gerissen haben, spielten sie mit viel Freude und ließen den Spirit von 1977 wieder aufleben. Einfach wunderbar. Als Anekdote am Rande kann man noch sagen, dass Rod und Farin am Bühnenrand standen und andächtig der Musik der Kultpunker lauschten.

Die drite Vorband war Katzenjammer aus Norwegen: Eine reine Frauen-Folk-Rock-Band. Die Musikerinnen, die nach so gut wie jedem Lied die Instrumente tauschten, boten eine ansprechende Show. Mir sagte aber die Musik nicht zu und daher fällt mein Fazit für diese Band ernüchternd aus.

Nun war es an der Zeit, die beste Band der Welt entert die Bühne. Mit dem Hit "Wie es geht" begann der Abend. Das Stück "Ist das noch Punkrock?" widmeten die Drei der am Bühnenrand stehenden UK Subs. Die altbekannten Bewegungsspiele waren auch wieder am Start wie das Wedeln bei "Waldspaziergang mit Folgen" und das Sitzen und Aufspringen bei "Unrockbar" sowie die fast schon obligatorischen La Olas. Songs wie "Deine Schuld" und "Schrei nach Liebe" durften auch nicht fehlen. Merkwürdig war aber auch, dass Bela beim Lied "Alleine in der Nacht" Textschwierigkeiten hatte, bei denen Farin aushelfen musste. Abschließend ist mir aufgefallen, dass die Jungs - für ihre Verhältnisse - wenig gequatscht und viel Musik gespielt haben. Trotzdem hat sich das Ärztival gelohnt.

Dienstag, 21. Mai 2013

Überall läuten die Glocken, weil der King kommt.

Zum inzwischen elften Mal findet das Rock-Hard-Festival in Gelsenkirchen und ich bin zum fünften Mal mit dabei. Dieses war das Jahr, in dem endlich King Diamond spielen soll. Aber erstmal der Reihe nach.

Am Freitag gestaltete sich die Anfahrt entspannt. Am Gelsenkirchener Hauptbahnhof kaufte ich beim türkischen Bäcker ein lecker belegtes Brötchen für 1 € (!!!). Dieses Angebot kann man nicht ausschlagen, da die Qualität des Essens auf dem Festival mäßig ist. Am Gelände angekommen holte ich mir erstmal ein Einlassbändchen, das dieses Jahr mit farblichen Enden ausgestattet wurden, damit dem Jugendschutz besser Rechnung getragen werden kann. Am Rock-Hard-Stand kaufte ich mir dann noch das Programmheft und das neue Rock-Hard-Heft.
Traditionell beginnt das Rock-Hard-Festival mit einer Thrashband. Dieses Jahr war es Hellish Crossfire aus Nürnberg. Sie spielten soliden Thrash, der gut ankam.
Als zweite Band des Festivals waren Fleshcrawl am Start. Sie machten ebenso Stimmung und heizten kräftig ein.
Als Ersatz für die in der Zwischenzeit aufgelösten Nachtmystium war Denial of God, eine Horror-Black-Metal-Kapelle aus Schweden, vorgesehen. Mit Black Metal konnte ich noch nie etwas anfangen und von daher war der Auftritt nicht mein Ding.
Nachdem mir Audrey Horne 2009 keinen bleibenden Eindruck verschaffen konnten, hatten sie dieses Jahr erneut die Gelegenheit. Und sie haben es geschafft. Sie spielten mit einer großen Spielfreude und hat Spaß gemacht ihnen dabei zuzusehen und -zuhören.
Eine Weltpremiere feierte Matt Barlows Band Ashes of Ares. Der ehemalige Sänger von Iced Earth, der 2011 u. a. im Amphitheater Gelsenkirchen seinen Abschied feierte, fährt stilistisch dort fort, wo er mit seiner alten Band aufgehört hatte. Da die Lieder allen noch Unbekannt waren, brandete wenig Stimmung auf.
In der Umbaupause kaufte ich mir eine Calzone einen frittierten Teigling mit einer Schinken-Käse-Füllung. Dieser schleckte nicht so dolle, aber dafür wärmte er die Hände
Udo Dirkschneider stand schon mit seiner alten Band Accept 2005 auf der Bühne in Gelsenkirchen. In diesem Abend stand er mit seiner jetzigen Band U.D.O.. Er liefert eine sehr gute Show ab, bei den sich seine Solosongs und die Accept-Klassiker die Waage hielten.

Der Wetterbericht kündigte für den Sonnabend besseres Wetter an und was war: Pustekuchen. Diesmal kaufte ich Gelsenkirchener Hauptbahnhof zwei Salami-Brötchen beim besagten Türken. Den Metalmarkt, den sich sonst immer besuche, lies ich sausen und sparte damit eine ganze Menge Geld.
Im Amphitheater angekommen kaufte ich mir ein Festival-Shirt, das dieses Jahr ein besonders geniales Motiv hatte, und suchte ich mir einen guten Platz und bald darauf spielten schon Slingblade. Dies ist eine Heavy-Metal-Band mit Sängerin und einem Gitarristen, der Götz Kühnemund verblüffend ähnlich sieht. Der Auftritt war ganz in Ordnung. 
Mit Horisont haben OrganisatorInnen vom Rock Hard eine Band, die wie eine Reinkarnation der 70er Jahre aussieht, eingeladen. Entsprechend war die Musik oldschool. Mir hat es gefallen.
Mustasch aus Schweden standen nun auf dem Programm. Eine kernige Rock-and-Roll-Band, die ordentlich mitzog. Ein toller Auftritt.
Mit Desaster kam eine aus meiner Sicht etwas schwächere Band auf die Bühne. Ihr Black-Thrash sprach mich einfach nicht an.
Wie bereits Ashes of Ares am Vortag konnte mich die Black-Metal-Truppe Naglfar nicht von sich überzeugen.
Zum ersten Mal bekam ich mit Ensiferum eine Folk-Metal-Band auf die Ohren und Augen. Mir hat der Auftritt gefallen.
Besonders gefreut habe ich mich auf die nächste Band D-A-D, die ich bereits 2009 auf dem Rock Hard gesehen habe. Der Auftritt hatte mich damals überzeugt. Der diesjährige war noch besser. Ein gutgelaunter Sänger unterhielt mit dänisch-deutschen Ansagen und spielte gute Songs. Highlight des Auftritts war der Schlagzeuger, der auf einem Podest festgeschnallt war, das das Schlagzeug um 90° abkippen konnte und ermöglichte die ZuschauerInnen das Schlagzeug von oben sehen zu können, während er weiter trommelte.
Headliner des Tages war Queensrÿche, eine Progressive-Metal-Band, die in der letzten Zeit mit Personalquärelen zu kämpfen hatte. Nichtsdestotrotz absolvierten sie einen routinierten und nicht zu verachtenden Auftritt. 100%ig begeistert hat er mich aber nicht.

Der Sonntag sollte nun wirklich wärmer werden und der Wetterbericht behielt Recht. Ich machte mich an diesem Tag besonders früh auf den Weg, da ich die erste Band nicht verpassen wollte. Bevor ich den Festivalbereich betrat, bediente ich mich am endlich aufgestellten Geldautomaten, um den sich die OrganisatorInnen seit Jahren bemüht haben.
Grund für mein frühes Aufstehen war Attic, einer der talentiertesten Newcomer des letzten Jahres. Mir gefiel der Auftritt und somit hat sich gelohnt der Wecker früher gestellt zu haben.
Für die zweite Band des Tages Gospel of the Horns gilt das gleiche wie für Desaster am Vortag, sprach mich nicht an.
Orden Ogen habe ich bereits 2010 auf dem Festival gesehen. Ihr Auftritt war durchwachsen, schwankte zwischen gut und mittelmäßig, gefiel mir nicht so.
Mit Orchid kam eine Band auf die Bühne, die in der Tradition des alten Black Sabbath spielten. Seit Jahrzehnten versuchen immer wieder Doom-Bands diese zu kopieren - erfolglos. Nur Orchid schafft das. Dafür, dass ich mit Doom herzlich wenig anfangen, hat mir der Auftritt sehr gut gefallen, ebenso wie weite Teile des Publikums.
Als nächstes standen die Herren von Tank an mit Vertretungssänger ZP Theart, der das letzte Mal 2009 mit Dragonforce im Amphitheater aufspielte. Der Auftritt war kurzweilig, aber nicht spektakulär.
Die nächste Band des Tages waren die Prog-Metaller von Threshold, da ich mit solcher Art von Musik nicht viel anfangen kann, nutzte ich die Zeit sinnvoll besuchte das Klo und sag mich ein bisschen bei den Händlerständen um. Daher habe ich diesen Auftritt nicht vollständig gesehen und kann daher nicht viel dazu sagen.
Als Co-Headliner des Sonntags diente Sepultura, die beste Groove-Metal-Band, die ich kenne. Ein Auftritt dieser Band ist immer wieder ein Highlight.
Als Pausenclown Zur Überbrückung der langen Umbaupause diente wie 2010 Mambo Kurt, der aber bei weiten nicht so witzig war wie vor drei Jahren. Schade.
Das absolute Show-Highlight war als Abschluss des Festivals geplant: King Diamond. Nachdem das Festivalteam seit Jahren mit dem King verhandelt hat, war es nun endlich soweit und er gab sich in Gelsenkirchen die Ehre. Für ihn wurde sogar extra die Bühne umgebaut, damit sein gigantische Show auf die Bretter passte. Der Aufwand hat sich gelohnt, der absolute Höhepunkt des Festivals.

Resümee: Dieses Jahr war das Rock Hard wieder richtig gut. Ich werde es auf jeden Fall nächstes Jahr wieder besuchen, auch wenn ich dann wahrscheinlich nicht mehr im Ruhrgebiet wohnen werden. Aber wozu wurden denn sonst die vielen Hotels in Gelsenkirchen gebaut?

Sonntag, 14. April 2013

Helloween im April

Das Aushängeschild des deutschen Power Metals, Helloween, geben sich gemeinsam mit Gamma Ray (und Shadowside) im Ruhrcongress in Bochum die Ehre. Grund für die Tour ist das neue Album von Helloween, Straight out of Hell, das, freundlich gesprochen, recht durchwachsen ist. Die Location kannte ich bisher nur von außen, da 2010 dorthin angereist um festzustellen, dass das geplante Slayerkonzert 30 Minuten vor Einlass abgesagt wurde.

Die erste Vorband des Abends war Shadowside, eine Female-Fronted-Metal-Band aus Brasilien. Der Auftritt war jetzt kein Highlight, aber auch kein Lowlight, solides Mittelfeld eben. Der anfangs verwaschene Sound wurde mit der Zeit besser. Höhepunkt des Auftritts war ein Cover von Motörheads "Ace of Spades".

Die zweite Vorband war Gamma Ray des ex-Helloween-Sängers Kai Hansen. Sie legten schon einen sehr ambitionierten Auftritt hin, der die Power dieser Band gut rüberbrachte. Zwar fehlten meiner Meinung nach einige ihrer besten Stücke, aber man kann nicht alles haben. Die endgültig Stimmung zum Kochen brachte das Helloween-Cover "Future World", das Hansen komponiert hatte.

Die Band, auf die die meisten gewartet haben, war Helloween. Naturgemäß war der Auftritt vor allem mit vielen Songs vom neuen Album gespickt. Ansonsten spielten sie ein Potpourri aus allen erschinen Alben, wobei ein kleiner Schwerpunkt auf den "Keepers-of-the-seven-Keys"-Alben lag. Mit "Dr. Stein", "I Want Out" und dem genialen "Eagles Fly Free" (Warum haben die das als dritten und nicht als letzten Song gespielt?). Ein gelungener Auftritt.

Einzig zu meckern hätte ich, dass das Konzert bis 0:00 Uhr ging, so kam ich erst um 1:45 Uhr in Duisburg an.

Freitag, 29. Juni 2012

Das neunmonatige Warten hat sich gelohnt

Neun Monate habe ich sehnsüchtig darauf gewartet, nun war es soweit. Das langersehnte Ärzte-Konzert in Köln stand an. Wie ich bereits aus vorangegangenen Ärzte-Konzerten weiß, lohnt es sich früh da zu sein, damit man einen Platz vorne erwischt bzw. dass man ein Bändchen für die erste Welle bekommt. Also machte ich mich am späten Nachmittag auf den Weg nach Köln. So kam ich gegen Viertel nach Fünf an der Köln-Arena an. Mit etwas Verspätung öffneten sich die Tore und die Fanmassen strömten hinein. In der Arena ging ich einem menschlichen Bedürfnis und anschließend in den Innenraum. Dort gab es aber keine Wellenbrecher, also war ich umsonst so früh gekommen. Nun hieß es Abwarten und auf dem Handy spielen. Nach einer Stunde warten, holte ich mir dann etwas zu trinken. Beim Anblick der Getränkepreise gingen mir die Augen über: 4,20€ (Hallo!?!) für eine Cola. Da ich Durst hatte, war ich aber gezwungen, diesen Preis zu bezahlen. Und was bekam ich? Eine zimmertemperaturwarme Plörre. Ich kehrte zurück vor die Bühne und wartete weiter. Ab halb acht wurden die ZuschauerInnen kribbelig, denn für die Uhrzeit war der Beginn des Bühnenprogramms angedacht. Jetzt hätte eine Vorband oder sogar die beste Band der Welt auf die Bühne treten sollen. Es kam niemand, so dass sich die Fanmassen noch weitere 45 Minuten gedulden mussten. Schließlich ging das Licht aus und ein Sprecher sprach ein Worte. Leider klappte das Wechselspielchen nicht so wie angedacht. Daraufhin wurde der Vorhang runtergelassen und auf der Bühne standen BelaFarinRod. Mit der rhetorischen Frage "Ist das noch Punk Rock?" ging es los, dem Titeltrack des aktuellen Albums "auch". Nach weiteren neueren Tracks kam die Begrüßung. Dabei wurde festgelegt, dass wenn die Band das Publikum "Köln" nennt, auch diejenigen meint, die nicht aus Köln kommen. Der erste Klassiker des Abends war "Hurra". Nach einigen weiteren Highlights war auch der wohl politischste Song der Ärzte an der Reihe "Deine Schuld". Die erste La Ola des Tages kam nach exakt einer Stunde und 15 Minuten zustande, wie ich finde relativ spät. Eine weitere sehr gute Showeinlage war, als Farin "Smoke on the Water" von Deep Purple anspielte. Das obligatorische "Schrei nach Liebe" darf auch nicht fehlen. Nach einer kurzen Unterbrechung kam der erste Zugabenblock. Dort wurde "Tittenmaus" gespielt. An diesem Abend konnte man bei dem Lied Bela an der Gitarre und Rod am Schlagzeug erleben. Diese Kombination hat seltenheitswert. Anschließend wurde "Cpt. Metal" gespielt, ein Lied, was mir sehr gut gefällt, da es von Metal handelt. Ein weiteres Highlight war im dritten und letzten Zugabenblock beim Lied "Dinge von denen", das einfangs Rod solo am Keyboard performte Bela und Farin mit aufblasbaren überdimensionalen Phalli auf die Bühne kamen. Und sogar ihre Instrumente damit spielten, was besonders bei Bela am Schlagzeug sehr schwierig war. Mit "Zu spät" endete dann auch dieser Konzertabend.
Mein besonderes Highlight des Abends war, dass ich ein Plektron von Rod gefangen vom Boden aufgehoben habe.

*Ich weiß, dass dieser Veranstaltungsort einen Sponsorennamen trägt, diesen nenne ich aber erst, wenn mir der Sponsor Geld zahlt, dass ich ihn nenne.

Montag, 28. Mai 2012

Metal mit Schiffen - Das Rock-Hard-Festival 2012

"Was machen wir zu Pfingsten, wenn die Wiesenblumen blühen?" Diese Frage beantworte ich regelmäßig "ich fahre zum Rock-Hard-Festival nach Gelsenkirchen. Dort war ich schon 2009, 2010 und 2011. Jedesmal war ich begeistert, also war es nur logisch, dass ich dieses Jahr wieder komme. Besonders reizvoll ist der Veranslatungsort, das Amphitheater, am Rhein-Herne-Kanal, der den Charakter des Ruhrgebiets wie kaum ein zweiter darstellt.

Die Bewertung der Bands wird anhand einer Skala von 1-10 durchgeführt, wobei 10 die Höchstnote ist.


F R E I T A G


Am Freitag kam ich in Gelsenkirchen an. Und man konnte knapp eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn bereits drei große Schlangen erkennen. Ein lange Schlange an der Bändchenausgabe und zwei am Eingang. Die Bändchenausgabe und der Einlass auf's Gelände gingen relativ schnell.


Die erste Band des Tages war Deathfist. Diese von einer Frau angeführte Thrash-Metal-Band stammt Koblenz und einen fulminanten Auftakt bildete. (8)

Als nächstes stand Jex Thoth auf dem Programm. Diese Sängerin und ihre Band stammen aus San Francisco, der Heimat von Metallica. Mit Metallica hat die Gute aber musikalisch nichts am Hut. (6) Anschließend habe ich mir einen Döner gegönnt, der aber nicht so gut war.

Die nächste Band war RAM, eine der aktuell unzähligen schwedischen Retrometalbands. Ich fand, dass diese richtig groovten und abgingen. Während des Auftritts stieg der Geruch von Gras mir in die Nase. (8,5).

Nun stand Krisiun aus Brasilien auf dem Plan. Diese spielten einen soliden Death Metal, bei mir wieder richtig bewusst wurde, wie geil doch Death eigentlich ist (9).

Die nächste Band war Kvelertak. Ursprünglich habe ich vom Namen her eher mit Black Metal gerechnet. Aber das war falsch. Sie spielen eine Mischung aus mehreren extremen Metalstilen, aber trotzdem sehr passabel (9).


Headliner des ersten Tages war Turbonegro. Eigentlich eine Punkband kommt sie doch auch metallischen Gefilden sehr gut an. Auch ihre Show war beeindruckend, auch wenn sie 10 Minuten vor dem angekündigten Ende vorbei war (9).

S O N N A B E N D



Der Sonnabend wurde von der Band Dr. Living Dead eröffnet eine schwedische Retroband, die aber im Gegensatz zu den anderen Retrobands auf dem Festival nicht der Zeit des klassichen Heavy Metals (frühe 80er Jahre), sondern dem beginnenden Crossover der späten 80er Jahre nacheifert. Auf der Bühne trugen sie Plastik- oder Gummitotenkopfmasken, worunter sie mächtig geschwitzt haben müssen (7,5).

Bevor die nächste Band, Motorjesus, auf's Line-Up kam, haben ihre Fans eine Petition gestartet, damit sie auf's Festival eingeladen wurde. Der Sänger hat ganz in Tom-Angelripper-Manier eine Aldi-(Süd-)Tüte mit Bierbüchsen mit gebracht, die im Publikumverteilt wurden. Die Musik war ganz ordentlich. (8).


Es wird Zeit...für eine Retrometalband. Portrait waren am Start. Diesmal wieder aus dem klassischen Metalbereich. Der Auftritt war beseres Mittelfeld ohne Wiedererkennungswert aber solide (7,5).

Hell habe ich bereits letztens auf dem Accept-Konzert in Oberhausen als Vorgruppe gesehen. Dort hat mit der Auftritt dieser Band gut gefallen. Ihre Show ähnelte auf dem Rock-Hard ihrer Show auf dem genannten Accept-Gig. Der Wind machte auch mit und lies die im Bühnenhintergrund stehenden Dekoelemente umkippen. Trotzdem ein guter Auftritt. (8,5).

Als nächstes folgte die Death-Metal-Truppe Unleashed, die einen Vorgeschmack auf den weiteren Abend liefern sollte. Ihre Show knallte ganz gut - acht Punkte (8).

Nun kommen wir zu einer Band, auf die ich mich sehr gefreut hatte: Tankard. Diese spielen einen knalligen Thrash, sind aber im Gegensatz zu vielen ihrer Genrekollegen nicht so bierernst. Bier ist überhaupt ein gutes Stichwort: Ein Highlight dieses Auftritts war ein "Bierkönig". Dieser Bierkönig war ein korpulenter (bin selber dick, ich darf das sagen) Mann mittleren Alters, der auf einem Thron auf Bierkisten saß und dem der Sänger Gerre Bier anreichte. Ein weiteres Hightlight war eine sehr gelenkige Tänzerin, die erst auf der Bühne tanzte und später im Publikum Bier verteilte (9).

 Progressive Metal ist wahrlich nicht mein Ding. So konnte ich dem Auftritt von Psychotic Waltz nicht viel abgewinnen. Das war eher was für Freaks. Trotzdem war da viel schönes dabei. (8).

Der Headliner für Sonnabend war Bolt Thrower, eine waschechte Death-Metal-Band. Die Musik war eine gigantische Soundwand, einfach atemberaubend. Allerdings schenkte ich mir die Zugaben und ging zum Bus, denn der dritte Tag bot noch jede Menge (9).

S O N N T A G


Der Sonntag beginnt mit der Band Alpha Tiger, eine, Überraschung, Überraschung, Retrometalband. Diesmal zur Abwechselung nicht aus Schweden, sondern aus der Zone den Neuen Bundesländern, genauer gesagt aus Sachsen. Trotzdem war die Musik die Musik ganz anständig (8,5).

Und nochmal begeben wir uns musikalisch in die Untiefen einer grauen Vorzeit. Diesmal in die 70er Jahre. Mit '77 trat eine Band, die sich in der Tradition der frühen AC/DC sehen. Dies zeigen sie auch mit Style und Bewegung. Besonderheit war der Gitarrist mit freiem Oberkörper, der in die Zuschauerraum gestürmt kam und dort Gitarre spielte (8,5).

Die nächste Band war High Spirits eine Retrometalband, mal was ganz anderes. Es war ein besonderer Auftritt der Band, denn es war ihr erster in Europa. Fotos hab keine gemacht. Dafür hab ich das Kunststück hinbekommen, mir Sonnencreme ins Auge zu reiben und verbrachte anschließend Zeit im Toilettencontainer beim Ausspülen der Augen (8).


Retrometal scheint der Trend dieses Festivals gewesen zu sein. Denn die nächste Band ist wieder so eine Retrometalband: Graveyard. Graveyard wandelt auf den Spuren der frühen Black-Sabbath-Ära. Ich habe sie bereits bei Motörhead-Konzert in Düsseldorf gesehen und dort hatten sie mich nicht überzeugt. Auch ihr Auftritt in Gelsenkirchen war nicht sonderlich erhellend (7).


Nun kommt eines absoluten Highlights auf dem diesjährigen Rock-Hard-Festival: Girlschool. Eine reine Frauen-Band aus Großbritannien, die einen genialen NWOBHM spielt. Obwohl ihr Auftritt von technischen Problemen begleitet war, war er trotzdem genial.(9,5)

Nach Girlschool kam wieder eine britische Band zum Zuge, diesmal aus dem Bereich Melodic Hard Rock. Der Auftritt von Magnum war ganz gut, aber auch keine Besonderheit (8).


Das Rock-Hard-Festival wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgetragen. Entsprechend gab es eine Jubiläumsüberraschung, bei der alle Rock-Hard-Festival-Beteiligten auf die Bühne durften. Anschließend zockten Bobby & Gerre ihren Hit "Die Zwei von der Tanke" und schließlich durften Bullet auf die Bühne, die schon dreimal auf dem Rock Hard waren. Bullet spielte zwei Klassiker: "Balls to the Walls" und "You Shook Me All Night Long". (ohne Wertung)

Nun waren Unisonic, eine Band von und mit Kai Hansen und Michael Kiske. Im Vorfeld habe ich mich darüber informiert, was sie für Musik machen und es hieß, sie machten Melodic Rock. Dies ließ meine Lust auf diese Band rapide sinken. Trotzdem tat ich mir den Auftritt an und siehe da, sie spielten doch Power Metal. Besonders haben mir die Helloween-Songs gefallen. (8,5).

Headliners des Sonntags waren W.A.S.P., die ebenso wie Tankard auf diesem Festival ihren 30. Geburtstag begangen. W.A.S.P. ist eine Shock-Metal-Band, die für ihre außergewöhnlichen Bühnenshows bekannt sind. Neben einer spektakulären Lichtshow hatten sie auch Pyrotechnik im Angebot. Sehr gelungenes Finale (9,5).

D R U M M H E R U M

Essen: Ich habe einen Döner, eine Frikadelle, ein Schinken-Käse-Croissant und ein Pizzastück gegessen. Ich war von allem nicht begeistert. Insbesodere die Speisen im Konzertbereich waren in meinen Augen nicht sehr schmackhaft. Da ist erheblicher Verbesserungsbedarf.

Anreise/Abreise: Dank der guten Nahverkehrsanbindung war das kein Problem. Besondern hat mir die Tatsache gefallen, dass die Bogestra noch Sonderbusse eingesetzt.

Metalmarket: War ein ganz nettes Gimmick, wurde auch fündig, aber jetzt kein überragender Bestandteil des Festivals.

Security: Einsame Klasse. Selten eine so freundliche und korrekte Security erlebt.

Mittwoch, 18. April 2012

Peter und der Wolf in Action - Accept in der Turbinenhalle

Am Dienstag, den 17.4.2012, soll man wieder ein Accept-Konzert im Ruhrgebiet, genauer in Oberhausen, starten. Accept ist schon seit einiger einer meiner absoluten Lieblingsband - live und aus der Konserve. Nach dem Motte "der frühe Vogel fängt den Wurm" fuhr ich zum Veranstaltungsort, wo ich beim Warten auf Einlass Zeuge wurde, wie Accept an der Turbinenhalle eintraf. Da ich aber nicht so auf scharf ein Autogramm oder ein Foto von und mit den Herren war, blieb ich an Ort und Stelle, während andere sich auf den Weg zum Tourbus machten. Kurz nach Öffnung der Türe trat man ein. Mein erster Weg führte mich zur Garderobe, wo gleich frustriert feststellen durfte, dass die Turbinenhalle Währungsausland ist man dort nur mit Wertbons bezahlen kann. Also tauschte ich Euros in Wertbons um. Damit konnte ich meine Jacke abgeben und mir was zu trinken kaufen. Anschließend pflanzte ich mich die Bühne.

Bald wurde es dunkel und die Vorband des Abends, Hell, stand auf der Bühne. Hell war in meinen Augen die Metal-(Wieder-)Entdeckung des Jahres 2011. Entsprechend gespannt war ich auf ihren Auftritt. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Show war theatralisch und man merkte, dass der Sänger ein Theaterschauspieler ist. Mir hat der Auftritt gut gefallen.

Nun hieß es wieder warten. Warten auf Accept. Vom neuen Album kannte bisher nur das Stück "Stalingrad", was aber wirklich gut war. Daher freute ich mich auf den Auftritt ungemein, vor allem um einige der neuen Lieder kennen zu lernen. Trotzdem freute ich auch auf die Klassiker der Band. Begonnen wurde mit "Hellfire" und "Stalingrad", zwei Stücke vom neuen Album. Aufgefallen ist mir, dass Peter Baltes und Wolf Hoffmann das R in "Restless and Wild" nicht mehr so rollen. Schade, das hatte mir immer gefallen, gab dem Lied eine besondere Note. Ein weiteres Highlight waren "Breaker", "Looser and Winners", ein geniales "Princess of the Dawn" und wunderbares "Fast as a Shark". Die Zugaben bestanden aus "Metal Heart", "Teutonic Terror" und mit dem Accept-Überhit "Balls to the Walls" endete diesen großartige Konzert. Besonders fannah zeigte sich Wolf Hoffmann, der nach dem Auftritt noch an den Mercandise-Stand kam und alles signierte, was ihm unter die Nase gehalten wurde.

FAZIT: Ein musikalisch gelungener Abend. Lobend zu erwähenen wäre noch, dass das Rauchen in der Turbinenhalle toleriert wurde, was in Zeiten der Neospießigkeit nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Ficken und Bier

Die Ärzte sind zurück. Nachdem sie viereinhalb Jahre nicht auf Tour (Geheimkonzerte mal ausgenommen) waren, war es nun wieder soweit, sie gehen bald wieder auf große Reise. Einen Vorgeschmack auf die nächstjährige Tour waren zwei Konzerte in Dortmund, denen ein besonderes Konzept zugrunde lag: Sie waren geschlechtergetrennt. Das hieß: am Montag durften nur Frauen und am Dienstag nur Männer zum Konzert. Entsprechend des kleinen Unterschieds zwischen den Geschlechtern variierten die Shows.

Einlass für das "Männerkonzert" am Dienstag war für 18.00 Uhr angedacht. Um zeitig da zu sein, plante ich mein Eintreffen vor der Westfalenhalle für kurz vor 18.00 Uhr, was ich auch schaffte. Vor der Halle angekommen, stellte ich mich in eine Schlange und hatte Glück, denn dort wurden gerade Wellenbrecherbändchen abgegeben. Diese berechtigten vor den Wellenbrecher zu kommen, also direkt vor die Bühne. Die Stimmung vor dem Einlass war ausgelassen, die Jungs skandierten "Wir wollen auf's Damenklo" und "Wir wollen die Ärzte sehen". Der einizige, der Stress machte, war der Ordner, der auf ziemlich unfreundlich Weise eine Flaschensammlerin wegschickte. Ein solches rücksichtslose und unsoziales Verhalten gegenüber FlaschensammlerInnen habe ich aber schon bei vorangegangenen Veranstaltungen in der Westfalenhalle beobachten müssen. 

Etwas verspätet begann schließlich auch der Einlass.

In der Westfalenhalle 1 gab ich meine Jacke an einer Garderobe ab und stürmte einen Merchandisestand. Dort erwarb ich die Bullenstaat-CD. Dann ging ich an den Attac-Stand und kaufte mir dort nochmal zwei CDs. Da lacht das CD-Sammler-Herz. Schließlich kaufte ich mir noch eine Cola und ging in den Wellenbrecherbereich. 

Nun hieß es warten.

Um 20.00 Uhr gingen dann die Leinwände in Betrieb und typisch männliche Bilder. Das waren u. a. Bilder aus Baumärkte, von Schnitzeln mit Pommes oder Mammae.


Das Intro zum Abend war ein Blick hinter die Bühne, bei dem man(n) sehen konnte, wie sich die Ärzte für den Auftritt warm machen. Schließlich fuhr in der Mitte der Halle ein Korb von Decke herunter mit einem Bela-Double, einem Farin-Double und einem Rod-Double. Auf der Bühne zwischenzeitlich der Vorhang die echten Ärzte fingen an mit den Songs "Junge" und anschließend schmetterten sie die Männer-Hymne "Ein Mann". Das nächste Stück war "BGS", eines ihrer wenigen "echten" Punklieder. Es folgten das "Lied vom Scheitern", "Himmelblau" und Der Optimist. Mit "El Cattivo" und "Käfer" wurde zwei Perlen aus den frühen Jahren ausgegraben. In diesem ersten Teil gab es auch die erste La Ola. Dabei wurde eine zweite etwas spezielle La Ola erprobt: Eine Rülps-La-Ola. Diese funktionierte, auch zum Erstaunen der Herren auf der Bühne, wirklich gut. Das nächste Lied war "Anti-Zombie", wobei es die ersten Anspielungen auf den Bundespräsidenten und seinen aktuellen Skandal gab. Es folgten "Vermissen, Baby" und "Omaboy". Bei letzterem ließen es die Ärzte richtig krachen und fuhren sogar Pyrotechnik auf. Weiter ging es mit "Yoko Ono", "Meine Freunde", "Vokuhila Superstar" und "Deine Schuld". Im Vorfeld zu "Deine Schuld" entstand der Running Gag des Abends: Das Lied "Ficken und Bier". Dabei handelt es sich um eine Spontankomposition, bei der die Band auf der Bühne Zweizeiler improvisieren und das Publikum am Ende "Ficken und Bier" ergänzte. Bis zum ersten Zugabenblock wurden noch "Alleine in der Nacht", "Heulerei", "Sweet Sweet Gwendoline", "Schundersong" und "Rebell" gespielt. 

Jetzt folgte das obligatorisch "Zugabe, Zugabe"-Rufen. In diesem Block wurden "Schrei nach Liebe", "Elke" (nicht ohne den Running Gag zu bedienen), "Teenager Liebe" und "Unrockbar" (mit Hinsetzen und aufspringen).

Der zweite Zugabenblock wurde mit "Ignorama" eröffnet. Anschließend spielte die beste Band der Welt "Zu Spät", ein Lied, das auf der letzten Tour als Rausschmeißer diente. Am Ende dieses Stücks kam zu der ärztetypischen Situationkomik, so spielte jedes Bandmitglied ein anderes Lied. Bela spielte "Rock Rendevouz", Farin spielte "Claudia hat 'nen Schäferhund" und Rod spielte "Geschwisterliebe". Am Ende einigten sie sich spontan darauf "Geschwisterliebe" zu spielen, wobei sogar gesungen haben, was eigentlich wegen der Jugendschutzgesetzgebung hätte nicht passieren dürfen. Weiterhin spielten sie noch in diesem Block "Claudia hat 'nen Schäferhund" und "Ist das alles?".

Der letzte Zugabeblock bestand aus "Ein Lied für Dich" und "Dauerwelle vs. Minipli". Danach war Schluss. Als letztes Showelement kamm ein Hubschrauber von der Decke geschwebt, in den BelaFarinRod einstiegen und zum Abschied winkten. Danach ging wieder ein Vorhang nieder und das Licht an.

Eine recht unschöne gefährliche Situation gab es beim Verlassen der Veranstaltungshalle. Durch das allgemeine Gedränge kam es zu duisburgähnlichen Zustände. Diese sind aber glücklicherweise glimpflich abgelaufen.

FAZIT: Es war ein wie immer kurzweiliges und extrem witziges Konzert. So bin ich das von den Ärzten gewohnt.

Mittwoch, 30. November 2011

Für Lemmy lasse ich sogar die Uni sausen

Es hat so ein bisschen etwas von einem vorweihnachtlichen Ritual, wenn alljährlich die Band Motörhead Ende November/Anfang Dezember nach Deutschland kommt. Von daher lies ich am 29.11.11 die Uni Uni, das Seminar Seminar und den Dozenten einen guten Mann sein und verschiedete mich gegen 16.00 Uhr vom Campus und fuhr zum Bahnhof. Dort angekommen, konnte ich erstmal die Rücklichter der S-Bahn nach D-Oberbilk sehen. Also hieß es warten auf die nächste S-Bahn. Während des Wartens kam ich mit anderen Konzertbesuchern ins Gespräch. Die S-Bahn-Haltestelle D-Oberbilk liegt direkt an der Veranstaltungshalle. Der Einlass und die Garderobe gingen schnell, anschließend gönnte ich mir noch ein Getränk und ging zur Bühne. Dort konnte ich einen Platz direkt in der ersten Reihe ergattern.

Die erste Band des Tages, die auftrat war Graveyard. Diese spielte eine Art Hard Rock, der klang wie Black Sabbath mit Ozzy. Das war nicht schlecht, allerdings auch nicht berauschend. Den Sound empfand ich als sehr basslastig, Alles in allem - mit gutem Willen - ein mittelmäßiger Auftritt.

Nach einer Umbaupause stand dann Duff Mckagan's Loaded auf dem Programm. Die spielen einen Hard Rock der lebhafteren Art. Das ging gut ab. Dabei spielten sie ein musikalisches Feuerwerk runter.

Nach einer weiteren, etwas längeren Umbaupause, stand die Band auf der Bühne, auf die alle warteten: Motörhead. Diese starteten ihre Show mit einem ihrer großen Klassiker "Bomber". Ich hatte freien Blick auf Lemmy, der wiederum für seine fast 66 Jahren erstaunlich jugendlich wirkt. Eine gewisse Ehrfurcht diesem großartigen Musiker gegenüber überkam mich. Als nächster Song wurde "Damage Case" gespielt. Und darauf folgte "I Know How to Die" vom aktuellen, 2010 erschienenen Album "The Wörld Is Yours", was Lemmy und seine Mannen noch immer promoten. So ging es weiter voran. Es wurden auch viele Klassiker wie "Metropolis", "Over the Top" und "The Chase Is Better Than the Catch" gespielt. Ein besonderes Schmackerl war "Orgasmatron". Schließlich kam einer besten Motörhead-Songs auf die Bühne: "Killed by Death" das mit tatkräftiger Hilfe von Duff McKagan gespielt wurde. Nun kam es zu dem Punkt, dass das Publikum wahlweise "Zugabe", "We Want More" oder "Motörhead" skandierte. In der Zwischenzeit haben sich zwei Mädels zwischen mich und der Absperrung gedrängt.  Das machte aber nichts, da ich über beide hinübersehen konnte. Auf der Bühne bauten derweil fleißige Techniker ein bisschen um, so dass auf dort der "Whorehouse Blues" gezockt werden konnte. Immer wieder gerne gehört. Den Abschluss machten dann der ultimative Motörhead-Hit "Ace of Spades" und das Trommelinferno "Overkill". Dann war Schluss.

Auf dem Weg zur S-Bahn habe ich mir dann noch eine Motörhead-Mütze gekauft, die auf dem Rückweg noch gute Dienste als Kopfwärmer tat.

Dieser Beitrag ist ebenfalls hier erschienen.

Sonntag, 3. Juli 2011

The Big 4 in Gelsenkirchen

[event=1844518]Sa., 2. Jul. – The Big Four[/event]

Es gibt Bands, die sind einfach großartig. Dazu gehören auch die Big 4, bestehend aus [artist]Anthrax[/artist], [artist]Megadeth[/artist], [artist]Slayer[/artist], und [artist]Metallica[/artist]. Diese vier Ausnahmebands spielen seit einiger Zeit gemeinsam Konzerte und kamen nun auch nach Deutschland, genauer gesagt in die Schalke-Arena nach Gelsenkirchen. Die Ticketpreise waren gesalzen. Ich habe für mein Innenraumticket über 90€ (inkl. Versand und Gebühren) bezahlt.

Trotzdem habe ich mir ein Ticket besorgt und bin auch am 2. Juli auch nach Gelsenkirchen gepilgert. Der Hintransport klappte ganz gut, auch wenn die S-Bahn und die Straßenbahn recht voll waren. An der Arena angekommen, musste man sich erstmal orientieren, an welchem Eingang muss man rein. Ich musste zum Nordeingang. Dort empfing mich ein inkompetenter, etwas unfreundlicher (ich will mal zu Gute halten, dass er aus dem Ruhrgebiet kommt, und hier ein etwas rauherer Ton herrscht) und leicht überforderten Sicherheitsmann, der eine Sonnenbrille nicht von einem gefährlichen Gegenstand unterscheiden kann. Die Sicherheitskontrolle überstanden und schon ging es in die Arena. Dort besorgte ich mir eine Bezahlkarte, die Knappenkarte, denn Bargeld ist in der Schalke-Arena total out! Von dieser Karte grinste mich [artist]Hugo Egon Balder[/artist] dämlich an. Die Getränkepreise waren mit 3,90€ für ein Bier und 3,50€ für ein Wasser ganz schön teuer. Die Essenspreise waren recht human 2,80€ für eine Bratwurst (korrigiert mich, wenn ich mich irre). Anschließend inspizierte ich noch die Merchendisestände. Dort hatte es mir ein T-Shirt angetan, was aber an beiden Ständen, an denen ich es probiert habe zu kaufen, allerdings schon ausverkauft war.

Nun ging es los mit warten auf Anthrax.

Anthrax: Diese Band habe ich bereits vor fast genau 2 Jahren auf dem Devilside gesehen, damals in Bademänteln. Die Songauswahl war nicht schlecht, der Sound mittelmäßig. Insgesamt fand ich den Auftritt doch recht kurz und soundbedingt konnten Anthrax ihre Qualitäten nicht zeigen.

Megadeth: Auf diesen Auftritt war ich sehr gespannt, weil ich Megadeth bisher nicht live sehen konnte, sie aber schon länger zu meinen Lieblingsbands zählen. Leider war dieser Auftritt enttäuschend: Der Sound war ein einziger Soundbrei, die Lieder waren kaum von einander zu unterscheiden und Dave Mustaine war sehr schwer zu verstehen. Schade. Dabei war die Band nicht schlecht.

Nun hatte ich Hunger und holte mir ein Schnitzel für 4 Euro. Das schmeckte ganz passabel.

Slayer: Von dieser Band habe ich von gut vier Jahren bereits ein Konzert in Bremen besucht und vor einem wollte ich das Konzert in Bochum besuchen, das aber wegen einer angeblichen Erkrankung des Sängers abgesagt worden war. Der Auftritt auf dem Big 4 war gut, der Sound war schon besser, aber es war noch Raum nach oben. Allerdings stand Ärgerniss hinter mir. Zwei aus Bayern stammende Slayer-Fans (zumindest sah man es an ihren T-Shirts) haben die ganze Zeit gequatscht. Das ging mir ein bisschen auf die Nerven.

Nun wollte etwas trinken, aber an den Getränkeständen gab es kein Durchkommen und von Metallica wollte ich auch noch etwas mitbekommen. Also dachte ich mir "Ausreichend Flüssigkeit am Tag zu sich zu nehmen wird eh überschätzt" und ließ mir das Guthaben von der Knappenkarte auszahlen.

Metallica: Nun kam das Highlight des Abends. Von Metallica bin ich schon großartige Auftritt gewohnt. Diesmal war die Sound bombastisch und ich einen Platz, wo ich zumindest Leinwände sehen konnte. Besonders hat mich gefreut, dass die Setlist ordentlich durcheinander gewürfelt wurde. Es begann mit [track artist=Metallica]Hit the Lights[/track] und der normalerweise als letzter Song gespieltes [track artist=Metallica]Seek & Destroy[/track] kam als dritter Song. Weiterhin wurde [track artist=Metallica]The Call of Ktulu[/track] gespielt, eines der besten [tag]Intrumental[/tag], die ich kenne. Des weiteren gab es einen gemeinsamen Auftritt von Metallica, Anthrax und Megadeth. Diese performten zusammen [track artist=Diamond Head]Helpless[/track], das im Original von [artist]Diamond Head[/artist] ist. Den Abschluss des Auftritts bestritten [track artist=Metallica]Battery[/track] und schließlich [track artist=Metallica]Creeping Death[/track].

FAZIT: Die Idee diese prägenden Bands des [tag]Thrash Metal[/tag]s auf einem Konzert zusammen zu bringen ist eine sehr gute Idee, auch wenn Anthrax, Megadeth und Slayer eigentlich "nur" zu Vorbands von Metallica degradiert werden. Nicht gut gefallen hat mir die Location. Die Schalke-Arena ist gänzlich ungeeignet für derlei Veranstaltungen. Die Versorgung mit Getränken und Essen war schwierig und die Speisen und Getränke waren maßlos überteuert. Der Sound war, außer bei Metallica und bei Slayer bedingt, unter aller Kanone. Besser wäre es gewesen, statt dessen auf eine freie Wiese zu gehen, weil es dort keine Tribünen gibt, die den Schall reflektieren.

P. S.: Wenn ich Unsinn geschrieben haben sollte, dann lag das daran, dass die gestrige recht kurz war.

Freitag, 17. Juni 2011

Das Rock Hard Festival 2011 in Gelsenkirchen

Das Original befindet sich hier
http://www.lastfm.de/user/Maeldae/journal/2011/06/13/4fm29t_das_rock_hard_festival_2011_in_gelsenkirchen

Diese Version ist überarbeitet.


V O R W O R T

2009 und 2010 war ich bereits begeisterter Besucher des Rock Hard Festivals. Ich hatte die Karte schon seit Weihnachten und war, nachdem die Bands und vor allem die Headliner feststanden, über die Bandauswahl enttäuscht. Viele Bands waren kein Begriff für mich und/oder ich kannte sie nur vom Namen her. Trotzdem habe ich einfach auf die musikalische Kompetenz der Organisatoren vertraut und bin gekommen. Schließlich habe bei den letzten beiden Festivals neue Lieblingsbands gefunden (DragonForce und Sabaton).

F R E I T A G

Ich kam am Freitag gegen 14.40 Uhr am Amphitheater an, wo schon eine lange Schlange an der Bändchenausgabe wartete. Das Anstellen dauerte länger als erwartet, so dass ich den Anfang von Contradiction nicht mitbekommen habe. Schade. Sie machten guten , der ins Blut überging.

Anschließend war der Auftritt von den ern Procession angesagt. Im Vorfeld gab es Gerüchte, dass sie eine schwarze Plane mitbrächten, um die Bühne und ein Teil des Publikums abzudunkeln. Es wäre eine gute Idee gewesen, denn es fing plötzlich wie aus Kübeln an zu regnen. Rasend schnell leerten sich die Ränge und auch ich macht die Biege und flüchtete unter ein Vordach eines Verkaufswagen. Kurz vor dem Ende des Auftritts ließ der Regen nach und ich konnte mir das letzte Stück von Procession.noch reinziehen. Da ich diesen Auftritt nicht ganz mitbekommen habe, will ich kein Urteil drüber bilden.

Nächste Band war Postmortem aus Berlin. Sie spielten Thrash Metal á la Slayer. Daher klangen sie wie ein billiger Slayer-Klon. Hat mir nicht gefallen, obwohl ich eigentlich Thrash mag.

Nun kam Primordial auf die Bühne. Diese Band spielt gepaart mit - und -Elementen. Diese Mischung war ganz passabel. Hat mir gefallen.

Die nächte Band war Enslaved aus Norwegen. Ich fand Auftritt nicht sehr überzeugend. Es ist im Endeffekt nichts spektakuläres hängen geblieben.

Es folgte Triptykon. Die offizielle Nachfolgeband von Celtic Frost, die zwar in den vergangenen Jahren für das Rock Hard angekündigt waren, aber ihre Teilnahme absagen mussten. Ich habe diesen Auftritt nicht ganz mitbekommen, da ich etwas fror und mir schließlich am Rock-Hard-Stand eine Regenjacke (die für 12 €, nicht so eine Plastikplane) kaufte. Trotzdem war das, was ich gesehen hab, ganz passabel, aber nicht überragend.

S O N N A B E N D

Der Tag begann ärgerlich. Als ich am Bahnhof ankam, sah ich die S-Bahn nach Gelsenkirchen nur noch von hinten. Das hieß dann nochmal 25 Minuten im Bahnhof warten. Somit kam ich später als geplant am Amphitheater an. Ich besuchte den Metal Market, dieser war nicht so ergiebig wie letztes Jahr. Somit habe ich diesmal keine so große Ausbeute gemacht. Man kann es auch anders sagen: Ich habe Geld gespart. Anschließend gönnte ich mir dann noch eine Frikadelle. Daher hab ich kaum was von Dreamshade mitbekommen.

Nach dieser Band wechselte ich in den Biergarten, weil dort die Lesung aus dem Buch "Kumpel in Kutten" stattfand. Neben den Autoren war auch ein freier Fotograf zugegen, der viel zu erzählen wusste.

Nach dem kurzen Ausflug in die "Hochkultur" kehrte ich mich wieder der Musik zu. In Solitude war die nächste Band. Sie spielten traditionell angehauchten . Allerdings kann ich über den Auftritt im Nachhinein nichts sagen. Nichts positives und nichts negatives. Danach ging es zum zweiten Mal in den Biergarten, um dem zweiten Teil der Lesung zu lauschen

Disbelief waren nun an der Reihe. Sie spielten , was mir aber von denen nicht unbedingt zusagte.

Mit dem nächsten Act, Epica, stand erstmals an diesem Wochenende eine Frau auf der Bühne. Diese Band erinnerten sehr Nightwish aus den Tarja-Tagen. Die Sängerin flötete ihre Musik und ihr Kompagnon an der Gitarre (oder war es der Bass, konnte ich auf die Entfernung nicht erkennen?) growlte dazu. Diese Mischung fand ich nicht schlecht.

Bullet standen bereits 2007 und 2009 auf der Bühne im Amphitheater. 2009 (und 2007 bestimmt auch, war aber nicht dabei) haben sie ihre Sache gut gemacht, so dass sie dieses Jahr abermals spielen durften. Auch dieses mal machte es Spaß sie spielen zu sehen.

Als das Death-Metal-Comeback wurde Morgoth gefeiert. Diese Band stand nach 15 Jahren wieder auf der Bühne und zeigten, dass sie nichts verlernt hatten. Mir sprach zwar die Musik nicht ganz zu, aber man merkte, dass die Band Spielspaß hatte. Beim letzten Stück fing es wieder an zu regnen und ich flüchtete abermals unter ein Zelt in den Biergarten. Während des Regens konnte ich beim Karaoke-Wettbewerb den Teilnehmern lauschen.

Pünktlich zu Amorphis kam die Sonne durch. Diese Band spielte eine gute, solide Show. Kann man nicht meckern. Hat Freude gemacht.

Headliner des Tages war Iced Earth. Es war der letzte Auftritt mit Matt Barlow. Trotzdem (oder gerade deswegen) spielten sie eine fulminante Show. Es war der absolute Höhepunkt des ganzen Festivals!

S O N N T AG

Tag drei des Festivals. Diesmal war Hinweg kein Problem. Die Zugverbindung klappte und der Einlass zu Festivalgelände ging flott.

Trotzdem habe ich den Anfang von Vanderbuyst verpasst. Sie spielten eine gute Mischung aus und heavy metal. Mir gefiel der Auftritt ganz gut, auch wenn es die eine oder andere Schwäche gab.

Zum Frühstück gab es eines Crepes mit Kinderriegel. Geschmack ging so.

Wieder zur Musik: Enforcer standen auf dem Programm. Die Musik war gut und hat mir gefallen.

Nach Enforcer war ich wieder bei der Lesung, leider noch nicht den angekündigten Bobby & Gerre.

Die nächste Band, die anstand, war Atlantean Kodex. Mir hat sie nicht gefallen.

Nun war es endlich so weit. Die Lesung fand mit Bobby & Gerre statt. Das war sehr lustig. Da es ein solcher Erfolg war, ging diese Lesung in die Verlängerung. Am Schluss habe ich mir auch das vorgestellte Buch gekauft. Jetzt weiß ich, was ich in den Semesterferien lese.

Metal Inquisitor habe ich wegen o. g. Lesung nur etwa zur Hälfte gesehen. Die Musik war ganz angenehm, aber jetzt keine Sensation.

Nun war es Zeit für alte Männer: Anacrusis. Sie spielten Thrash Metal und das war gut.

Als nächste Band stand Vicious Rumors an, eine Band, die sich dem klassischen verschrien hatte. Ich fand den Auftritt mittelmäßig, hätte nicht sein müssen.

Als Vorletzes spielten Overkill. Es war das Highlight vom Sonntag. Eine gradiose Show mit viel Elan.

Der Karaoke-Gewinner-Jam und den T-Shirt-Contest hätte man sich schenken können.

Als Headliner für Sonntag war Down angesetzt. Leider fand ich den Auftritt von denen nicht so toll, so dass ich am Ende die letzten 10 Minuten schenkte und lieber einen früheren Bus nach Hause nahm.

FAZIT: Das diejährige Rock Hard reichte nicht an das vom letzt Jahr heran. Trotzdem hat es sich gelohnt und nächstes Jahr komme ich bestimmt wieder.