Zum ersten Mal in der Geschichte der katholischen Kirche war eine Frau bei einem Konklave anwesend. Die 45-jährige Lehrerin Birgit Bergmann* aus Bremen war dabei und hat Kippipedia ein exklusives Interview gegeben.
Kippipedia: Frau Bergmann, Sie sind als erste Frau bei einem Konklave dabei gewesen. Wie ist es dazu gekommen?
Bergmann: Vor sieben Jahren habe ich den ugandischen Kardinal Joseph Olombo beim Einkaufen im Supermarkt getroffen und mich mit ihm unterhalten. Dabei hat er mir erzählt, dass er den jetzigen Altpapst Benedikt, den er immer noch freundschaftlich "Ratze" nennt, gewählt hat. Außerdem hat er mir erzählt, dass er in einem Hotel ohne Fernseher während des Konklaves gewohnt hatte. Er versprach mir, mich das nächste Mal mitzunehmen.
Kippipedia: Und er hat sein Versprechen gehalten?
Bergmann: Ja, das hat er. Er rief mich eine Woche nach dem Papstrücktritt an und verabredete sich mit mir an der spanischen Treppe, von wo aus wir anschließend zur sixtinischen Kapelle gelaufen sind.
Kippipedia: Wussten eigentlich, was auf Sie beim Konklave zukommt?
Bergmann: Nein, ich wusste vorher ja gar nicht, was ein Konklave ist.
Kippipedia: Schade. Wie haben Sie sich auf ihre Reise vorbereitet?
Bergmann: Ich habe meine grünen Klamotten vom Flohmarkt und einen Bikini in den Koffer gepackt, meinem Mann erzählt, ich müsse spontan zu meiner Mutter und meinem Chef gesagt, dass meine drei Söhne krank seien. Anschließend bin ich mit dem Flugzeug nach Rom geflogen.
Kippipedia: Wo haben Sie während des Konklaves gewohnt?
Bergmann: Ich habe mit den Kardinälen im Hotel gewohnt. Es gab keinen Fernseher, kein Radio, kein Telefon, noch nicht einmal einen Briefkasten. Eine Waschmaschine gab es auch nicht. Das war sehr ärgerlich, denn ich habe erst in Rom gemerkt, dass auf allen meinen Klamotten Flecken waren, die nicht mehr abwaschen konnte.
Kippipedia: Wie haben Sie dir Wahlgänge im Konklave empfunden?
Bergmann: Es war sehr eintönig, wie Wahlen eben sind. Am Ende wurde dann ausgezählt.
Kippipedia: Als der Papst Franziskus gewählt wurde, was passierte da in der sixtinischen Kapelle?
Bergmann: Als das Ergebnis verkündet wurde, jubelten alle. Viele hatten Luftrüssel, Wuwuzelas und Konfetti dabei und machten einen Heidenlärm. Anschließend zog sich der neue Papst ein Nachthemd an und setzte sich eine Burger-King-Krone auf. Zum Abschluss machten wir noch einen Harlem Shake und dann war das Konklave zu Ende. Anschließend bin ich in mein Hotelzimmer gegangen, habe gepackt und bin abgereist.
Kippipedia: Herzlichen Dank für das Gespräch.
*Name geändert
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Mittwoch, 13. März 2013
Samstag, 9. Februar 2013
Von Negerkönigen in der heutigen Zeit
Einer meiner ersten Atlanten, war der "aktuelle illustrierte Atlas" aus dem Jahre 1960. Dieser verfügte neben vielen Karten auch ein tabellarisches Länderverzeichnis. In diesem Länderverzeichnis waren sowohl unabhängige Staaten als auch Kolonien aufgeführt. In der Spalte "Landessprachen" stand bei vielen afrikanischen Territorien einfach nur "Negersprachen". Als Kind fand ich nichts dabei und hielt es für normal. Gleiches galt, wenn meine Oma mir "Negerküsse" anbot.
So war das Wort "Neger" für mich ein gebräuchliches und normales Wort, das einen Menschen bezeichnet, der eine dunkle Haut hat. Diskriminierend oder gar rassistisch war der Gebrauch habe ich das Wort nie benutzt.
Heute bin ich mir bewusst, dass in Afrika neben Arabisch und den Sprachen der ehemaligen Kolonialmächte auch Bambara, Haussa und Swahili u.v.m. gesprochen werden. Wenn ich heute eine mit Eiweißschaum gefüllte und mit Schokolade überzogene Süßigkeit haben wollte, so fragte ich nach einem Schokokuss oder einem Schaumkuss.
Die Bezeichnung für einen Menschen mit dunkler Hautfarbe hat sich in den Jahren und Jahrzehnten gewandelt. Während am Anfang der Wort Neger gebräuchlich, so änderte es sich zur "Schwarzen", anschließend die Bezeichnung "Farbiger" als korrekt anerkannt und schließlich kam die Bezeichnung "Menschen mit maximal pigmentierter Haut" auf. Ich verwende die Begrifflichkeit "Menschen mit dunkler Hautfarbe", sofern ich überhaupt Menschen kategorisiere.
Vor einem ähnlichen Problem stand die Familienministerin KristinaKöhler Schröder. Sie sollte Kindern die Geschichte von Pippi Langstrumpf vorlesen. Wie vielleicht einigen bekannt ist, ist Pippis Vater einst nach Taka-Tuka-Land ausgewandert und hat sich dort so gut integriert, dass die Taka-Tuka-LänderInnen ihn zum Staatsoberhaupt gemacht haben. In den Büchern Astrid Lindgrens wird er "Negerkönig" genannt. Das wollte Frau Schröder nicht vorlesen und änderte spontan die Bezeichnung in "Südseekönig" um.
Dies brachte die Feuilletons zum Kochen. Die sagten, es sei ein Skandal, dass die Ministerin sich von der Vorlage getrennt hat, die sagten monierten, dass nachwievor das Wort Neger in Kinderbücher gedruckt wird. Die anderen fanden, es sei längst überfällig das böse N-Wort zu eliminieren.
Außerhalb der Feuilletons ist das Wort "Neger" nachwievor präsent. Bei der letzten Herren-Fußball-WM schoß der afrikanischstämmige Spieler Mario Balotelli die deutsche Fußballnationalmannschaft aus dem Turnier. Anschließend gab es eine ganz widerliche Hetze gegen den Spieler. Auch im Fußballstadion habe ich diesen Begriff traurigerweise mehrfach hören müssen.
Zurück zu den Kinderbüchern. Ich gehöre zu denjenigen, die sich für eine Abänderung der Kinderbuchtexte ausspricht. Denn Kinderbücher werden auch von Kindern alleine gelesen. Es sitzt nicht immer ein Erwachsener daneben, der erklären kann, dass das Wort "Neger" nicht mehr zeitgemäß ist. Daher kann ich nur appellieren, dass man Literatur Literatur sein lassen soll und anstatt rassistischer Worte lieber zeitgemäße Worte verwenden sollte, das wäre bestimmt auch im Sinne vieler AutorInnen.
So war das Wort "Neger" für mich ein gebräuchliches und normales Wort, das einen Menschen bezeichnet, der eine dunkle Haut hat. Diskriminierend oder gar rassistisch war der Gebrauch habe ich das Wort nie benutzt.
Heute bin ich mir bewusst, dass in Afrika neben Arabisch und den Sprachen der ehemaligen Kolonialmächte auch Bambara, Haussa und Swahili u.v.m. gesprochen werden. Wenn ich heute eine mit Eiweißschaum gefüllte und mit Schokolade überzogene Süßigkeit haben wollte, so fragte ich nach einem Schokokuss oder einem Schaumkuss.
Die Bezeichnung für einen Menschen mit dunkler Hautfarbe hat sich in den Jahren und Jahrzehnten gewandelt. Während am Anfang der Wort Neger gebräuchlich, so änderte es sich zur "Schwarzen", anschließend die Bezeichnung "Farbiger" als korrekt anerkannt und schließlich kam die Bezeichnung "Menschen mit maximal pigmentierter Haut" auf. Ich verwende die Begrifflichkeit "Menschen mit dunkler Hautfarbe", sofern ich überhaupt Menschen kategorisiere.
Vor einem ähnlichen Problem stand die Familienministerin Kristina
Dies brachte die Feuilletons zum Kochen. Die sagten, es sei ein Skandal, dass die Ministerin sich von der Vorlage getrennt hat, die sagten monierten, dass nachwievor das Wort Neger in Kinderbücher gedruckt wird. Die anderen fanden, es sei längst überfällig das böse N-Wort zu eliminieren.
Außerhalb der Feuilletons ist das Wort "Neger" nachwievor präsent. Bei der letzten Herren-Fußball-WM schoß der afrikanischstämmige Spieler Mario Balotelli die deutsche Fußballnationalmannschaft aus dem Turnier. Anschließend gab es eine ganz widerliche Hetze gegen den Spieler. Auch im Fußballstadion habe ich diesen Begriff traurigerweise mehrfach hören müssen.
Zurück zu den Kinderbüchern. Ich gehöre zu denjenigen, die sich für eine Abänderung der Kinderbuchtexte ausspricht. Denn Kinderbücher werden auch von Kindern alleine gelesen. Es sitzt nicht immer ein Erwachsener daneben, der erklären kann, dass das Wort "Neger" nicht mehr zeitgemäß ist. Daher kann ich nur appellieren, dass man Literatur Literatur sein lassen soll und anstatt rassistischer Worte lieber zeitgemäße Worte verwenden sollte, das wäre bestimmt auch im Sinne vieler AutorInnen.
Freitag, 18. Januar 2013
Als die neoliberalen Unken riefen
Als ich angefangen habe, mich mit Politik auseinander zu setzen, waren einige Parolen so präsent: Die Globalisierung nötigt uns Opfer ab. Es war damals Konsens, dass der Sozialstaat abgebaut werden müsse. Der Widerstand dagegen war gering. Ebenso herrschte die Auffassung, dass die ArbeitnehmerInnen den Arbeitgebern dankbar sein müssen, dass er ihre Arbeitsplätze nicht nach Osteuropa oder China "outsourced". Der Staat hatte sich aus der Wirtschaft herauszuhalten. Deregulierung war das Gebot der Stunde, damit auch ja nicht die Gewinnmaximierung durch den Staat beeinflusst wurde. Menschen wurden in der Wirtschaft nur als Kostenfaktor gesehen. Das ganze Leben hatte sich an die Ägide der Wirtschaftlichkeit zu halten. Betriebswirtschaftliches Denken war in der Lebensplanung trumpf. Dazu wurden Bildungsreformen wie der Bologna-Prozess oder G8 mit der heißen Nadel gestrickt. Mit den Konstruktionsfehler ärgern sich noch heute SchülerInnen und Studierende (auch ich!) herum. Ein weiteres Schlagwort jener Zeit war "Eigenverantwortung", eine Euphemismus für den Rückzug des Staates aus den Sozialsystemen bei gleichzeitiger Subvention privater Ersatzversicherungen. Walter Riester schafte es so nicht nur in die Geschichtsbücher, sonder auch in den Duden (riestern). Pervertiert wurde das Ganze durch die Hartz-Reformen, besonders bekannt ist die Hartz-Reform IV, mit den Menschen, die keine Arbeit haben, die letzte Würde genommen wurde.
Es mag sein, dass der Neoliberalismus ein Zeitgeist war, der irgendwann verflogen ist Trotzdem finden wir ihn noch heute: Zwar sind seine VertreterInnen nicht mehr so laut und nicht als Teil des Mainstreams anerkannt, aber es gibt sie nachwievor. Statt selbst zu schreien (oder Friedrich Merz vorzuschicken) kämpfen aus dem Verborgenen. Sie setzen auf raffinierten Lobbyismus, sie verstecken ihre Botschaften geschickt und können sich auf eine nachwachsende Generation stützen, die den Neoliberalismus mit der Muttermilch aufgesogen haben.
Die gute Nachricht ist es, dass es eine Gegenbewegung gibt, die den Mainstream zu erreichen scheint. In den Medien wird die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" als "arbeitgebernah" beschrieben wird und die FDP sinkt in der WählerInnengunst. DIE LINKE hat sich bereits einigermaßen etabliert.
Doch es gibt noch viel zu tun. So müssen die Fehler der neoliberalen Ära ausgemerzt werden: Hartz-IV abschaffen, die Durchökonomisierung der Bildung entschärfen und sämtliche Privilegien der Wirtschaft beschneiden.
Es mag noch ein langer Weg zur solidarischen Gesellschaft, aber es lohnt sich, ihn zu gehen, denn wir können alle davon profitieren, auch wenn es am Anfang für einige wehtun sollte, die Vormachtstellung zu verlieren.
Es mag sein, dass der Neoliberalismus ein Zeitgeist war, der irgendwann verflogen ist Trotzdem finden wir ihn noch heute: Zwar sind seine VertreterInnen nicht mehr so laut und nicht als Teil des Mainstreams anerkannt, aber es gibt sie nachwievor. Statt selbst zu schreien (oder Friedrich Merz vorzuschicken) kämpfen aus dem Verborgenen. Sie setzen auf raffinierten Lobbyismus, sie verstecken ihre Botschaften geschickt und können sich auf eine nachwachsende Generation stützen, die den Neoliberalismus mit der Muttermilch aufgesogen haben.
Die gute Nachricht ist es, dass es eine Gegenbewegung gibt, die den Mainstream zu erreichen scheint. In den Medien wird die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" als "arbeitgebernah" beschrieben wird und die FDP sinkt in der WählerInnengunst. DIE LINKE hat sich bereits einigermaßen etabliert.
Doch es gibt noch viel zu tun. So müssen die Fehler der neoliberalen Ära ausgemerzt werden: Hartz-IV abschaffen, die Durchökonomisierung der Bildung entschärfen und sämtliche Privilegien der Wirtschaft beschneiden.
Es mag noch ein langer Weg zur solidarischen Gesellschaft, aber es lohnt sich, ihn zu gehen, denn wir können alle davon profitieren, auch wenn es am Anfang für einige wehtun sollte, die Vormachtstellung zu verlieren.
Sonntag, 16. Dezember 2012
Wie lange soll der Abschied denn noch dauern? Die Scorpions in Oberhausen
In swe Oberhausener Arena* beim Centro fand am 15.12.2012 eines der vielen Abschiedskonzerte der Hannoveraner Legende Scorpions statt.
So fuhr ich an diesem Sonnabend zur Arena und suchte gleich den Eingang auf, über den man normalerweise den Innenraum betritt, der im Übrigen so ausgeschildert ist. Und fand ein verschlossenes Rolltor vor. Also musste ich den Haupteingang benutzen, vor dem schon eine lange Schlange stand. Nach dem Einlass, der komischerweise ohne Abtasten auskam, ging ich erstmal zum Klo und zur Gaderobe. Anschließend wollte ich eine Pizza essen, deren Bestellung sich schwierig gestaltete. Denn prompt als ich dran war, drängelten sich zwei Herren vor und wollten drei ganze Pizzen (Thunfisch, Margherita und Hawaii) für die feinen Damen und Herren im Backstagebereich, was den unsicher wirkenden Pizzaverkäufer etwas überforderte und er erstmal seinen Chef anrufen. Daher stellte ich mich bei seiner Kollegin an. Vor mir war eine andere Gruppe Herren, die sechs Biere bestellten. Leider war die Dame nicht gerade die Zapfkönigin und ich musste weiter warten. (Musste mich mal auskotzen) Als ich das Stück Salamit-Pizza hatte, bewegte ich mich in den Innenraum vor die Bühne in die zweite Reihe. Während des Wartens auf die Musiker fielen mir die Männer mit den roten Bauchläden auf, die sich immerwährend "Collabier" (das ist die Kurzform von "Ich habe Cola und Bier im Angebot") riefen und sich mit sanfter Gewalt durch das Publikum drängelten. Eine Unart, die sich sogar während (!!) die Bands spielten fortgesetzt wurden.
Nachdem ich viel über die organisatorischen Unerfreulichkeiten geschrieben habe, möchte ich nun auf das musikalische Ereignisse zu sprechen kommen.
Die Vorband warUnheilig Eisbrecher. Eine Mischung aus frühem Rammstein und Marilyn Manson mit albernen Texten nach dem Motto "Reim dich oder ich fress dich". Der Graf Sänger Alexander Wesselsky versuchte mit Wechselgesängen, die mangels Interesse bzw. Textkenntniss wenig Resonanz fanden, das lustlose Publikum anzuheizen. Der Beifall fiel in die Kategorie "Höflichkeitsapplaus", wenn überhaupt. Die ausländischen Fans, die aus ganz Europa angereist waren, hatte oftmals nur Unverständnis für die Band über (im wahrsten Sinne des Wortes). Nur ein paar Opportunisten klatschten enthusiastisch. Man sollte demjenigen eine klatschen, der dafür verantwortlich ist, dass Eisbrecher und Scorpions zusammen touren.
Nach der Vorband kamen die Scorpions auf die Bühne. Sie sind trotz ihres Alters immer noch erstklassig. Mit ihrem Titelstück ihres letzten Studioalbums "Sting in the Tail" und unter kräftigem Einsatz von Pyrotechnik begannen sie den Abend. Die Setlist dieses Abends bot zwar kaum Überraschungen, das war aber nicht schlimm, denn die Songauswahl war trotzdem gut. So folgten mit "Make It Real", "Is There Anybody Out There?" und "The Zoo" drei absolute Highlights ihres Schaffens. Das Instrumental "Coast to Coast" kam für ein Instrumental live unheimlich gut an. Der Balladenblock bestand aus "Loving You on a Sunday Morning" (eher eine Halbballade), "We'll Burn the Sky" (wohl ein eher selten gespieltes Stück), "The Best Is Yet toCum Come", "Send Me An Angel" (Accoustic, dabei hat sich einer der Saitenzupfer sich ordentlich verspielt) und "Holliday" (Semiaccoustic). Mit "Raised on Rock", "Tease Me Please Me" und "Hit Between the Eyes" wurde es wieder härter. Mit der Kottak Attack zeigte der quirlige Schlagzeuger, was er kann. Es folgten "Blackout", das Gitarrensolo "Six String Sting" und "Big City Nights". Anschließend war der Zeitpunkt, an dem die Band eine rauchen gehen konnte und das Publikum "Zugabe, Zugabe" rief. Als Zugaben wurden "Still Loving You", "Wind of Change" (nicht ohne die obligatorische Anekdote von Klaus Meine, wie sie das Lied 1989 in Moskau gespielt haben und dann die Berliner Mauer gefallen sei) und als Abschluss "Rock You Like a Hurricane".
FAZIT: Trotz dem organisatorischen Mängel und der völlig unpassenden Vorband war das Konzert wunderbar und mit ganz viel Power.
*Sehr geehrter Namenssponsor der Arena, um dich zu nennen, möchtest du mir bitte einen dreistelligen Geldbetrag oder alternativ einen lebenslangen Vorrat deiner von dir vertriebenen Waren zukommen lassen. Danke.
So fuhr ich an diesem Sonnabend zur Arena und suchte gleich den Eingang auf, über den man normalerweise den Innenraum betritt, der im Übrigen so ausgeschildert ist. Und fand ein verschlossenes Rolltor vor. Also musste ich den Haupteingang benutzen, vor dem schon eine lange Schlange stand. Nach dem Einlass, der komischerweise ohne Abtasten auskam, ging ich erstmal zum Klo und zur Gaderobe. Anschließend wollte ich eine Pizza essen, deren Bestellung sich schwierig gestaltete. Denn prompt als ich dran war, drängelten sich zwei Herren vor und wollten drei ganze Pizzen (Thunfisch, Margherita und Hawaii) für die feinen Damen und Herren im Backstagebereich, was den unsicher wirkenden Pizzaverkäufer etwas überforderte und er erstmal seinen Chef anrufen. Daher stellte ich mich bei seiner Kollegin an. Vor mir war eine andere Gruppe Herren, die sechs Biere bestellten. Leider war die Dame nicht gerade die Zapfkönigin und ich musste weiter warten. (Musste mich mal auskotzen) Als ich das Stück Salamit-Pizza hatte, bewegte ich mich in den Innenraum vor die Bühne in die zweite Reihe. Während des Wartens auf die Musiker fielen mir die Männer mit den roten Bauchläden auf, die sich immerwährend "Collabier" (das ist die Kurzform von "Ich habe Cola und Bier im Angebot") riefen und sich mit sanfter Gewalt durch das Publikum drängelten. Eine Unart, die sich sogar während (!!) die Bands spielten fortgesetzt wurden.
Nachdem ich viel über die organisatorischen Unerfreulichkeiten geschrieben habe, möchte ich nun auf das musikalische Ereignisse zu sprechen kommen.
Die Vorband war
Nach der Vorband kamen die Scorpions auf die Bühne. Sie sind trotz ihres Alters immer noch erstklassig. Mit ihrem Titelstück ihres letzten Studioalbums "Sting in the Tail" und unter kräftigem Einsatz von Pyrotechnik begannen sie den Abend. Die Setlist dieses Abends bot zwar kaum Überraschungen, das war aber nicht schlimm, denn die Songauswahl war trotzdem gut. So folgten mit "Make It Real", "Is There Anybody Out There?" und "The Zoo" drei absolute Highlights ihres Schaffens. Das Instrumental "Coast to Coast" kam für ein Instrumental live unheimlich gut an. Der Balladenblock bestand aus "Loving You on a Sunday Morning" (eher eine Halbballade), "We'll Burn the Sky" (wohl ein eher selten gespieltes Stück), "The Best Is Yet to
FAZIT: Trotz dem organisatorischen Mängel und der völlig unpassenden Vorband war das Konzert wunderbar und mit ganz viel Power.
*Sehr geehrter Namenssponsor der Arena, um dich zu nennen, möchtest du mir bitte einen dreistelligen Geldbetrag oder alternativ einen lebenslangen Vorrat deiner von dir vertriebenen Waren zukommen lassen. Danke.
Montag, 10. Dezember 2012
Zur Friedensnobelpreisverleihung an die EU
2004 nahm ich mit meiner damaligen Schulklasse an einem Austausch mit einer danziger Musikschule teil. Anlass dieses Austauschs war die EU-Osterweiterung. Wir lernten Danzig und die polnische Gastfreundschaft kennen. Auf dieser Reise kam mir der Gedanke: "Europa, muss ich das jetzt gut finden?". Wir hörten auf dieser Reise viele pathetische Worte zu Europa mit der Kernaussage, Europa, das sei unsere Zukunft. Ich bin damals wie heute kein begeisterter Europäer, aber auch kein europaablehnender Kleingeist. Ich finde die Idee Europas gut, hinterfrage aber trotzdem jeden Schritt der Europäisierung.
Jetzt im Jahre 2012 ist die europäische Gemeinschaftswährung Euro in ihrer bisher schwersten Krise. Diese Krise ist Folge der wilden Spekulationen und der Wetten auf den Kapitalmärkten. Sie beflügelt proketionistische Gedanken. Insbesondere die Unterstützung Griechenlands wird heftig kritisiert. Ich hingegen halte die Griechenlandhilfe für einen Akt der Solidarität innerhalbs Europas, zumindest, wenn diese Hilfe bei GriechInnen ankäme, und nicht auf Umwegen wieder bei den Banken landet, die Griechenland in diese Situation gebracht haben. Besonders die BRD sollte sich mit Kritik zurückhalten, denn sie hat am meisten von den Umständen, die den Euro in die Krise geführt haben, wirtschaftlich profitiert. So hat Deutschland das Sozialniveau heruntergefahren (Stichwort Hartz-Reformen), die Reallöhne sind gesunken und die Wirtschaft dereguliert. Dadurch sanken deutsche Produkte im Preis und wurden somit attraktiver als die Produkte aus den Krisenstaaten.
Zurück zum eigentlichen Thema. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die EU ein bürokratisches Monster geschaffen hat. Das stimmt nur zum Teil. Es ist zwar richtig, dass die EU jedes Jahr eine Menge Rechtsakte geschaffen, wovon auch einige skurril erscheinen. Aber die meisten Rechtsakte berühren den Großteil der BürgerInnen nicht, denn sie sind nur für die Wirtschaft relevant. Allerdings sind einige Rechtsakte, die vor allem die BürgerInnen betreffen auch sehr fragwürdig. Das Verbot der Glühbirne war überhastet und von dem Trend des Jahres 2007, dem CO2-Sparen, geschuldet. Zur Glühbirne gab und gibt es keine adäquate Alternative. Die Energiesparlampen sind noch nicht ausgereift und zudem auch noch nach Ablauf ihrer Lebensleistung Sondermüll. Ein Beispiel für ein "gutes" Gesetz ist das sog. Antidiskriminierungsgesetz, dessen Ziel es ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Dieses Gesetz ist eine Umsetzung mehrerer EU-Richtlinien. Auch wenn einige Kritiker das Gesetz für schlecht umgesetzt halten, so ist die Intention die richtige Richtung.
Weiter ist auch anzumerken, dass die EU den Friedensnobelpreis wegen der Tatsache, dass es auf dem Territorium der EU seit dem Zweiten Weltkrieg keinen Krieg mehr gegeben hat. Dies war eines der Hauptziele, warum die EU bzw. ihre Vorgängerorganisationen gegründet wurden. Man muss bedenken, dass so gut wie auf dem europäischen Festland statt gefundenen Kriege Wirtschaftskriege waren. Wenn aber bei wirtschaftlichen Prozesse die Staaten aufeinander angewiesen sind, wie es in der EU der Fall ist, sind Wirtschaftskriege kontraproduktiv.
Zwei beliebte Gründe, sich gegen die Vergabe des Friedensnobelpreis an die EU zu echauffieren, sind Frontex und die EU-Eingreiftruppe. Frontex ist die Zusammenarbeit der EU-Staaten bei der Überwachung der EU-Außengrenzen. Dabei ist es zu kritikwürdigen Vorfällen auf dem Mittelmeer gekommen. Dabei sollen Frontex-MitarbeiterInnen den Flüchtlingen Treibstoff und Nahrungsmittel abgenommen haben, um diese zum Umkehren zu bewegen. Ich missbillige ein solches Verhalten. Das zweite Argument ist die EU-Eingreiftruppe. Diese existiert in Kooperation mit der NATO. Ein Einsatz hat bisher noch nicht stattgefunden. Darüber hinaus hat die EU zwar eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die oftmals Kriege außerhalb Europas durch Passivität fördert bzw. sich auch nicht äußert, weil sich die Staaten nicht auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner einigen können. Somit kann man der EU vorwerfen, dass sie außerhalb ihres Territorium nicht genug für die Erhaltung des Friedens macht.
Als Fazit kann man sagen, dass die EU durchaus keine unwürdige Trägerin des Friedensnobelpreis ist, aber es bestimmt KandidatInnen gegeben haben könnte, die ihn mehr verdient haben.
Jetzt im Jahre 2012 ist die europäische Gemeinschaftswährung Euro in ihrer bisher schwersten Krise. Diese Krise ist Folge der wilden Spekulationen und der Wetten auf den Kapitalmärkten. Sie beflügelt proketionistische Gedanken. Insbesondere die Unterstützung Griechenlands wird heftig kritisiert. Ich hingegen halte die Griechenlandhilfe für einen Akt der Solidarität innerhalbs Europas, zumindest, wenn diese Hilfe bei GriechInnen ankäme, und nicht auf Umwegen wieder bei den Banken landet, die Griechenland in diese Situation gebracht haben. Besonders die BRD sollte sich mit Kritik zurückhalten, denn sie hat am meisten von den Umständen, die den Euro in die Krise geführt haben, wirtschaftlich profitiert. So hat Deutschland das Sozialniveau heruntergefahren (Stichwort Hartz-Reformen), die Reallöhne sind gesunken und die Wirtschaft dereguliert. Dadurch sanken deutsche Produkte im Preis und wurden somit attraktiver als die Produkte aus den Krisenstaaten.
Zurück zum eigentlichen Thema. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die EU ein bürokratisches Monster geschaffen hat. Das stimmt nur zum Teil. Es ist zwar richtig, dass die EU jedes Jahr eine Menge Rechtsakte geschaffen, wovon auch einige skurril erscheinen. Aber die meisten Rechtsakte berühren den Großteil der BürgerInnen nicht, denn sie sind nur für die Wirtschaft relevant. Allerdings sind einige Rechtsakte, die vor allem die BürgerInnen betreffen auch sehr fragwürdig. Das Verbot der Glühbirne war überhastet und von dem Trend des Jahres 2007, dem CO2-Sparen, geschuldet. Zur Glühbirne gab und gibt es keine adäquate Alternative. Die Energiesparlampen sind noch nicht ausgereift und zudem auch noch nach Ablauf ihrer Lebensleistung Sondermüll. Ein Beispiel für ein "gutes" Gesetz ist das sog. Antidiskriminierungsgesetz, dessen Ziel es ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Dieses Gesetz ist eine Umsetzung mehrerer EU-Richtlinien. Auch wenn einige Kritiker das Gesetz für schlecht umgesetzt halten, so ist die Intention die richtige Richtung.
Weiter ist auch anzumerken, dass die EU den Friedensnobelpreis wegen der Tatsache, dass es auf dem Territorium der EU seit dem Zweiten Weltkrieg keinen Krieg mehr gegeben hat. Dies war eines der Hauptziele, warum die EU bzw. ihre Vorgängerorganisationen gegründet wurden. Man muss bedenken, dass so gut wie auf dem europäischen Festland statt gefundenen Kriege Wirtschaftskriege waren. Wenn aber bei wirtschaftlichen Prozesse die Staaten aufeinander angewiesen sind, wie es in der EU der Fall ist, sind Wirtschaftskriege kontraproduktiv.
Zwei beliebte Gründe, sich gegen die Vergabe des Friedensnobelpreis an die EU zu echauffieren, sind Frontex und die EU-Eingreiftruppe. Frontex ist die Zusammenarbeit der EU-Staaten bei der Überwachung der EU-Außengrenzen. Dabei ist es zu kritikwürdigen Vorfällen auf dem Mittelmeer gekommen. Dabei sollen Frontex-MitarbeiterInnen den Flüchtlingen Treibstoff und Nahrungsmittel abgenommen haben, um diese zum Umkehren zu bewegen. Ich missbillige ein solches Verhalten. Das zweite Argument ist die EU-Eingreiftruppe. Diese existiert in Kooperation mit der NATO. Ein Einsatz hat bisher noch nicht stattgefunden. Darüber hinaus hat die EU zwar eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die oftmals Kriege außerhalb Europas durch Passivität fördert bzw. sich auch nicht äußert, weil sich die Staaten nicht auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner einigen können. Somit kann man der EU vorwerfen, dass sie außerhalb ihres Territorium nicht genug für die Erhaltung des Friedens macht.
Als Fazit kann man sagen, dass die EU durchaus keine unwürdige Trägerin des Friedensnobelpreis ist, aber es bestimmt KandidatInnen gegeben haben könnte, die ihn mehr verdient haben.
Freitag, 2. November 2012
Nippon für die Masse - Das Ärzte-Konzert in Oldenburg
Der erste November ist ein Feiertag in katholischen Bundesländern, wozu Niedersachsen nicht gehört. An diesem Tag kündigten sich die Ärzte für ein Konzert in Oldenburg an und machten so auf ihre Weise diesen besagten Tag trotzdem zu einem Feiertag besonderer Art.
Das Konzert fand in derViehauktionshalle Weser-Ems-Halle in Oldenburg statt. Diese Halle kannte ich schon von einem voherigen Ärzte-Konzert und war mir daher nicht unbekannt. In der Halle gab es neben Speis' und Trank auch die üblichen Merchandise-Produkte zu erwerben, wie USB-Sticks mit einem Mitschnitt und die sog. Tagesshirts. Ein Exemplar vom letzteren habe ich mir dann gegönnt. Um Punkt 20.00 Uhr ging es los mit einem Intro, das recht unverständlich war. Anschließend spielten die drei Berufsjugendlichen ihre inoffizielle Bandhymne "Wir sind die besten". Dann spielten sie "Blumen" um "Tamagotchi". Einen Running Gag gab es wie auf fast jedem Konzert der besten Band der Welt auch: Nippon. Es gab auch lustige Bewegungsspiele wie "Wedeln und Schwan" (jetzt fällt mir der Titel, bei dem das gemacht worden doch tatsächlich nicht ein "Waldspaziergang mit Folgen", danke an den Hinweisgeber) oder "Hinsetzen und Aufspringen" bei "Unrockbar". Die sonst obligatorischen La Olas waren sehr dünn gesät. In der Songauswahl gab es einige Perlen, die eher selten vor Publikum performt werden. So wurden mit "Motherfucker 666", "Für uns" und "Kamelralley" drei echte Raritäten gespielt. Besonders über "Kamelralley" freute ich mich, weil es eines der besten Stücke von dem als Überalbum anzusehenden "Debil" stammt.
FAZIT: Es war mal wieder ein gelungenes Ärzte-Konzert, wobei es diesmal etwas zu meckern gab. Der Sound war zeitweise nicht optimal. Bass und Schlagzeug waren nicht optimal eingestellt, d. h. sie waren zeitweise etwas dumpf und haben die Gitarre überspielt. Das Problem wurde während des Konzerts aber behoben.
Das Konzert fand in der
FAZIT: Es war mal wieder ein gelungenes Ärzte-Konzert, wobei es diesmal etwas zu meckern gab. Der Sound war zeitweise nicht optimal. Bass und Schlagzeug waren nicht optimal eingestellt, d. h. sie waren zeitweise etwas dumpf und haben die Gitarre überspielt. Das Problem wurde während des Konzerts aber behoben.
Donnerstag, 27. September 2012
Exklusiv: Mark Zuckerberg verriet Kippipedia
Zum sechsten Jahrestag der Einstellung des beliebten Satire-Portals www.kippipedia.de.vu ist eine Neuigkeit öffentlich geworden, die die Welt des Internets erschüttern wird. Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat zugegeben, die Homepage an die Schulleitung des ...-Gymnasium verraten zu haben, die darauf Druck auf die beiden Administratoren des Portals ausübten, so dass das Portal dann am 27. September 2006 gegen 14:30 Uhr geschlossen wurde.
"Wenn ich die Seite nicht verraten hätte, dann hätte ich mein Projekt "Facebook" einstampfen können", verteidigt der heute 28-jährige Internet-Unternehmer. "Ich war 22 und meine Firma lief nicht so gut, weil die Leute massenhaft zu Kippipedia wechselten. Ich kannte aber jemanden, der zufälliger in der selben Schule arbeite, auf die die Administratoren gingen. Eigentlich wollte ich es nicht, dass die beiden Administratoren es erfahren, weil dann unsere Freundschaft kaputt gegangen wäre, aber heute haben wir keinen Kontakt mehr. Außerdem hatte ich schwere Schuldgefühle, die es mir unmöglich gemacht haben weiter zu schweigen."
Ein Lehrer, der nicht genannt werden möchte, erinnert sich: "Gegen 10.00 Uhr klingelte mein Handy und mein guter Freund Mark aus Kalifornien rief an und meinte, es gebe da so eine Seite, die ihm ein Dorn im Auge war. Als ich diese Seite ansah, habe ich Tränen gelacht, weil sie so witzig war. Da Mark bei mir noch einen gut hatte meldete ich die Seite noch am selben Tag der Schulleitung, die erst nach sehr energischem Bitten etwas gegen die Seite tun wollte, aber ich konnte mich durchsetzten. Schließlich hatte Mark noch einen gut bei, weil er mal im Puff aufgeholfen hatte, als ich meine Brieftasche vergessen hatte."
"Es war schon ärgerlich, dass die Lehrer dazwischen gefahren sind", sagt Malte Dierwald, der einer der Administratoren war. "Ich hatte gerade mit Jülze einen Investor aufgetan, der einen siebenstelligen Betrag in unsere Homepage investieren wollte. Anstatt unser Servernetz auszubauen und festangestellte MitarbeiterInnen einzustellen, mussten wir mit einem Teil des Geldes einen Lehrer bestechen, damit er dafür sorgte uns nicht von der Schule zu schmeißen. Zum Glück verzichtete der Investor auf die Rückzahlung verzichtet, sonst wären heute hoch verschuldet. Für ihn war es aber besonders ärgerlich, weil er dann sein Geld ins StudiVZ gesteckt hat und ist damit Pauken und Trompeten auf die Schnauze gefallen. Letzens habe ich ihn in der Duisburger Fußgängerzone getroffen und ihm ein paar Centmünzen in den Hut geworfen."
"Ich bin menschlich schwer enttäuscht von Mark", so Julian N. Martin, der zweite Administrator neben Dierwald. "Wir haten damals SchülerInnen der 5. Klasse im Verdacht, geplappert zu haben. Als ich in Vancouver war, da bin ich mindestens einmal mit Mark und Steve (gemeint ist Apple-Gründer Steve Jobs, red.) einen trinken gegangen. Oft war Mäldä (Malte Dierwald, red.) per MSN oder Skype zugeschaltet und unterhielten wir uns über das Internet und unsere Möglichkeiten es zu erobern."
Internetexperte Ossi Urchs hat ein eindeutiges Urteil: "Kippepedia hätte heute einen besonderen Stellenwert im Internet gehabt, wenn es nicht abgeschaltet worden wäre. Dagegen hätten Google, Facebook und Co alt ausgesehen. Besonders hart hat es den Internetstandort Deutschland getroffen, weil das letzte lukrative Start-Up geschlossen wurde."
Donnerstag, 19. Juli 2012
Abschied am ***-Gymnasium
Mit einer Feierstunde verabschiedet sich der allseits
beliebte Mathematik- und Physiklehrer Rolf Schulz* aus dem aktiven Schuldienst.
Er wird nach mehr als 35 Jahren im Bremer Schuldienst pensioniert und blickt auf
ein bewegtes Berufsleben zurück. „Ich gehe mit einem lachenden und einem
weinenden Auge in den Ruhestand. Einerseits werde ich den Trubel in der Schule
vermissen, andererseits freue ich mich schon darauf, endlich wieder ungestört
im Garten zu liegen und ein gutes Buch zu lesen oder mal wieder eine ausgiebige
Fahrradtour zu machen“ verriet der 64-jährige am Rande einer privaten Feier.
Der gebürtige Recklinghausener ging in Duisburg zur Schule
und studierte zwischen 1968 und 1975 an
der Ruhruniversität in Bochum. Anschließend begann er seinen Schuldienst am ***-Gymnasium.
In den 70er und 80er Jahren engagierte er sich in der Anti-Atomkraft-Bewegung.
Ab Ende der 90er Jahren begann sein beruflicher Aufstieg, an dessen Höhepunkt
er Stundenplan- und Vertretungsplankoordinator, didaktischer Koordinator,
zuständig für Fortbildungen und Fachsprecher für Mathematik war.
Privat lebt Schulz zurückgezogen in Bremen-Osterholz. Er ist
verheiratet und hat vier Söhne im Alter von 33, 30, 23 und 5 Jahren. Seine
Hobbys sind Lesen, Fahrradfahren und Wandern.
Außerschulische Berühmtheit erhielt der Pädagoge durch seine
zahlreichen Erwähnung auf dem in der Zwischenzeit abgeschalteten Satireportal „Kippipedia“.
*Name geändert
Freitag, 29. Juni 2012
Das neunmonatige Warten hat sich gelohnt
Neun Monate habe ich sehnsüchtig darauf gewartet, nun war es soweit. Das langersehnte Ärzte-Konzert in Köln stand an. Wie ich bereits aus vorangegangenen Ärzte-Konzerten weiß, lohnt es sich früh da zu sein, damit man einen Platz vorne erwischt bzw. dass man ein Bändchen für die erste Welle bekommt. Also machte ich mich am späten Nachmittag auf den Weg nach Köln. So kam ich gegen Viertel nach Fünf an der Köln-Arena an. Mit etwas Verspätung öffneten sich die Tore und die Fanmassen strömten hinein. In der Arena ging ich einem menschlichen Bedürfnis und anschließend in den Innenraum. Dort gab es aber keine Wellenbrecher, also war ich umsonst so früh gekommen. Nun hieß es Abwarten und auf dem Handy spielen. Nach einer Stunde warten, holte ich mir dann etwas zu trinken. Beim Anblick der Getränkepreise gingen mir die Augen über: 4,20€ (Hallo!?!) für eine Cola. Da ich Durst hatte, war ich aber gezwungen, diesen Preis zu bezahlen. Und was bekam ich? Eine zimmertemperaturwarme Plörre. Ich kehrte zurück vor die Bühne und wartete weiter. Ab halb acht wurden die ZuschauerInnen kribbelig, denn für die Uhrzeit war der Beginn des Bühnenprogramms angedacht. Jetzt hätte eine Vorband oder sogar die beste Band der Welt auf die Bühne treten sollen. Es kam niemand, so dass sich die Fanmassen noch weitere 45 Minuten gedulden mussten. Schließlich ging das Licht aus und ein Sprecher sprach ein Worte. Leider klappte das Wechselspielchen nicht so wie angedacht. Daraufhin wurde der Vorhang runtergelassen und auf der Bühne standen BelaFarinRod. Mit der rhetorischen Frage "Ist das noch Punk Rock?" ging es los, dem Titeltrack des aktuellen Albums "auch". Nach weiteren neueren Tracks kam die Begrüßung. Dabei wurde festgelegt, dass wenn die Band das Publikum "Köln" nennt, auch diejenigen meint, die nicht aus Köln kommen. Der erste Klassiker des Abends war "Hurra". Nach einigen weiteren Highlights war auch der wohl politischste Song der Ärzte an der Reihe "Deine Schuld". Die erste La Ola des Tages kam nach exakt einer Stunde und 15 Minuten zustande, wie ich finde relativ spät. Eine weitere sehr gute Showeinlage war, als Farin "Smoke on the Water" von Deep Purple anspielte. Das obligatorische "Schrei nach Liebe" darf auch nicht fehlen. Nach einer kurzen Unterbrechung kam der erste Zugabenblock. Dort wurde "Tittenmaus" gespielt. An diesem Abend konnte man bei dem Lied Bela an der Gitarre und Rod am Schlagzeug erleben. Diese Kombination hat seltenheitswert. Anschließend wurde "Cpt. Metal" gespielt, ein Lied, was mir sehr gut gefällt, da es von Metal handelt. Ein weiteres Highlight war im dritten und letzten Zugabenblock beim Lied "Dinge von denen", das einfangs Rod solo am Keyboard performte Bela und Farin mit aufblasbaren überdimensionalen Phalli auf die Bühne kamen. Und sogar ihre Instrumente damit spielten, was besonders bei Bela am Schlagzeug sehr schwierig war. Mit "Zu spät" endete dann auch dieser Konzertabend.
Mein besonderes Highlight des Abends war, dass ich ein Plektron von Rod gefangen vom Boden aufgehoben habe.
*Ich weiß, dass dieser Veranstaltungsort einen Sponsorennamen trägt, diesen nenne ich aber erst, wenn mir der Sponsor Geld zahlt, dass ich ihn nenne.
Sonntag, 24. Juni 2012
Gedanken zur UEFA-Fußballeuropameisterschaft der Herren
Alle zwei Jahre finden Großevents des Herrenfußballs statt. In Schaltjahren Europameisterschaft und in geraden Jahren, die keine Schaltjahre sind, Weltmeisterschaften. Diese Events werden von den Medien begierig aufgenommen. Und ständig wird man damit belästigt. Man bekommt "ganz tolle" Fakten über Fußball ungefragt beim Einkaufen vom Supermarktradio erzählt und die Mitmenschen kennen nur ein EIN Thema: Fußball. Sogar Menschen, die sonst nicht ins Fußballstadion gehen, sog. Eventfans, interessieren sich plötzlich für Fußball. Mich interessiert das nicht. Es wäre auch nicht schlimm, wenn die Grenzen von Fußballfanatismus, Patrotismus und Nationalismus nicht verwischt würden, falls es sie in diesem Fall überhaupt gibt.. Es beginnt damit, dass Menschen ihre Wohnung, ihre Autos und bei spielen der Auswahlmannschaft des Deutschen Fußballbundes ihren Körper mit Fahnen und Accessoirs in den deutschen Nationalfarben Schwarz, Rot und Gelb Gold schmücken. Das kann sehr alberne Ausmaße annehmen. Insbesondere Billiggeschäfte verkaufen diesen Nationalnippes. Es sind einerseits Fanartikel einer Fußballmannschaft, andererseit auch staatliche Symbole, zumindest die Fahnen.
Problematisch wird das insbesondere dann, wenn die Fußballfans sich mit der Nationalmannschaft und dem Land in gleichen Maßen identifizieren. Gefährlich wird es, wenn man im Fußballtaumel dann auf andere Nationen schimpft oder ihnen Vorurteile entgegenwirft. Insbesondere bekommen Rechte mit diesen Fußballevents eine Gelegenheit, sich zu gebärden, ohne aufzufallen. Sie nutzen die Gunst der Stunde und unterlaufen die "Fans". Besonders tragisch an der Sache ist, wenn dies in Polen und der Ukraine passiert, da besonders Deutschland und Polen eine dunkle Vergangenheit verbindet. Aber auch zu Hause sind rechte Aktionen allgegenwärtig. Dies sind - hoffentlich - nur Einzelfälle, aber auch "Patriotismus" im kleinen kann gefährlich sein.
Mit der Identifikation mit einer Nation werden Stereotypen geschaffen und auf Nichtangepasste, wie z. B. mich, wird ein Anpassungsdruck ausgeübt. Wer diesem Anpassungsdruck nicht nachgibt, der wird durchaus auch mal "ausgegrenzt". Vieles wird im Spaß gesagt, was aber nicht immer so lustig ist, "weil es ist ja EM". Es wird auch viel vom "Zusammenhalt" geredet bei solchen fußballerischen Großereignissen. Doch dieser ominöse Zusammenhalt ist im Umkehrschluss ein Zusammenschluss nach außen hin gegen diejenigen, die nicht nicht diesem Zusammenhalt angehören. Oder anders gesagt: Wo ein "Wir" ist, ist auch ein "Ihr". wir Deutsch <=> ihr Holländer, wir Männer <=> ihr Frauen, Wessi <=> Ossi, usw. Dieses Erstarken des Wirs benötigt man aber auch eine Strategie, um ein Wir-Gefühl zu schaffen und/oder zu stärken. Dafür eignet sich vor allem eine Abgrenzung oder präziser eine Erhöhung des Selbstwertes durch Erniedrigung des anderen. Es findet im gewissen Sinne auch eine Ausgrenzung statt. Diese Punkte zusammengenommen zeigen eine gefährliche Kombination von Eigenschaften. Nicht auszudenken, wenn diese EM-Euphorie sich aufschaukelt. So wird man schon blöd von der Seite angemacht, sobald erwähnt, dass einen die EM nicht interessiert, man Spiele nicht guckt und/oder sich nicht über Siege der Mannschaft aus dem Land, dessen Staatsbürgerschaft man bzw. in dem man lebt, freut.
Dies soll jetzt kein Aufruf sein, Autofähnchen abzubrechen oder anders Gewalt gegenüber Menschen oder Sachen auszuüben, aber es soll schon ein Anstoß sein, sensibler mit dem Nationalgefühl umzugehen. Insbesonders unter Berücksichtigung der deutschen Geschichte, deren größte Unglücke bisher immer im Nationalismus wurzelten, halte ich diesen "Nationalstolz" für völlig fehl am Platze.
Problematisch wird das insbesondere dann, wenn die Fußballfans sich mit der Nationalmannschaft und dem Land in gleichen Maßen identifizieren. Gefährlich wird es, wenn man im Fußballtaumel dann auf andere Nationen schimpft oder ihnen Vorurteile entgegenwirft. Insbesondere bekommen Rechte mit diesen Fußballevents eine Gelegenheit, sich zu gebärden, ohne aufzufallen. Sie nutzen die Gunst der Stunde und unterlaufen die "Fans". Besonders tragisch an der Sache ist, wenn dies in Polen und der Ukraine passiert, da besonders Deutschland und Polen eine dunkle Vergangenheit verbindet. Aber auch zu Hause sind rechte Aktionen allgegenwärtig. Dies sind - hoffentlich - nur Einzelfälle, aber auch "Patriotismus" im kleinen kann gefährlich sein.
Mit der Identifikation mit einer Nation werden Stereotypen geschaffen und auf Nichtangepasste, wie z. B. mich, wird ein Anpassungsdruck ausgeübt. Wer diesem Anpassungsdruck nicht nachgibt, der wird durchaus auch mal "ausgegrenzt". Vieles wird im Spaß gesagt, was aber nicht immer so lustig ist, "weil es ist ja EM". Es wird auch viel vom "Zusammenhalt" geredet bei solchen fußballerischen Großereignissen. Doch dieser ominöse Zusammenhalt ist im Umkehrschluss ein Zusammenschluss nach außen hin gegen diejenigen, die nicht nicht diesem Zusammenhalt angehören. Oder anders gesagt: Wo ein "Wir" ist, ist auch ein "Ihr". wir Deutsch <=> ihr Holländer, wir Männer <=> ihr Frauen, Wessi <=> Ossi, usw. Dieses Erstarken des Wirs benötigt man aber auch eine Strategie, um ein Wir-Gefühl zu schaffen und/oder zu stärken. Dafür eignet sich vor allem eine Abgrenzung oder präziser eine Erhöhung des Selbstwertes durch Erniedrigung des anderen. Es findet im gewissen Sinne auch eine Ausgrenzung statt. Diese Punkte zusammengenommen zeigen eine gefährliche Kombination von Eigenschaften. Nicht auszudenken, wenn diese EM-Euphorie sich aufschaukelt. So wird man schon blöd von der Seite angemacht, sobald erwähnt, dass einen die EM nicht interessiert, man Spiele nicht guckt und/oder sich nicht über Siege der Mannschaft aus dem Land, dessen Staatsbürgerschaft man bzw. in dem man lebt, freut.
Dies soll jetzt kein Aufruf sein, Autofähnchen abzubrechen oder anders Gewalt gegenüber Menschen oder Sachen auszuüben, aber es soll schon ein Anstoß sein, sensibler mit dem Nationalgefühl umzugehen. Insbesonders unter Berücksichtigung der deutschen Geschichte, deren größte Unglücke bisher immer im Nationalismus wurzelten, halte ich diesen "Nationalstolz" für völlig fehl am Platze.
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